Wer dieser Tage die Treppe zur Evangelischen Kirche in Blasbach hinaufgeht, fragt sich: „War da schon immer dieses Tor?“ Seit Frühjahr war es abgebaut und auch sonst fiel es vorher nicht wirklich ins Auge: Verrostet, kaputt, mit abgebrochenen Spitzen, schlicht unansehnlich. Ein trauriger Anblick!
Der in Blasbach wohnende ehemalige Schulpfarrer, Udo Ferber, erinnerte sich seiner letzten Arbeitsstelle, der Werner-von-Siemens-Schule in Wetzlar. Das wär doch was für die Metall- und Malerklassen. Ein kurzes Telefonat, Nachdenken und „JA, das machen wir!“ Fachlehrer Thomas Heller rückte mit seiner Lebenshilfeklasse an, die beiden Flügel wurden demontiert und weggebracht.
Nun begann die eigentliche Arbeit in den Werkstätten. Da wurde entrostet, schadhafte Rosetten ersetzt, fehlende Lilienspitzen angeschweißt, das defekte Schlossgehäuse ausgetauscht und wieder in Gang gebracht.
Sven-Oliver Rumpf (Fachlehrer Maler- und Lackierer) machte sich danach mit seiner BÜA-Klasse ans Werk. Jetzt stand der Feinschliff an, das alte Eisen wurde neu grundiert und gestrichen. Vom Rost, von den Schäden war nichts mehr zu sehen.
Aber irgendwie war es zu langweilig, einfach nur anthrazitgrau.
Und zum Schluss, kam da noch der Schulpfarrer mit dem Bild einer Lutherrose.
Auf den Rosetten lässt sich das nur ansatzweise umsetzen, aber es wurden keine Mühen gescheut und so strahlen jetzt von beiden Seiten je 2 in Grundzügen dargestellte Rosen in Luthers Farben.
Ein herzliches Dankeschön allen Beteiligten sagen die Bürger Blasbachs, die sich an dem „neuen“ Tor beim Aufgang zur Kirche erfreuen dürfen und auch die Evangelische Kirchengemeinde Wetzlar. Für diese ist dies so etwas wie der Startschuss für die anstehende grundhafte Restaurierung der Kirche in Blasbach, die nach Plan im Frühjahr 2027 beginnen soll.