Friedensgebet anlässlich des Krieges in der Ukraine

Gebete, Musik, Zeit der Stille und Ansprache bildeten eine harmonische Einheit beim Friedensgebet am Sonntag im Wetzlarer Dom. Superintendent Dr. Hartmut Sitzler, Dompfarrer Björn Heymer und Ernst von der Recke vom Arbeitskreis Frieden im Kirchenkreis an Lahn und Dill gestalteten die gottesdienstliche Feier. Kirchenkreis und Gemeinde waren damit dem Aufruf des rheinischen Präses, Dr. Thorsten Latzel, gefolgt, für den Frieden in der Ukraine zu beten.

Zum Friedensgebet im Dom waren in ökumenische Verbundenheit auch viele Katholiken und Mitglieder der Freikirchen gekommen.

„Bei den Nachrichten, die wir ständig hören, kann man den Mut verlieren“, sagte Superintendent Sitzler in seiner Ansprache über die Erzählung von Jesu Auferstehung aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 28. „Man hat den Eindruck, dass Gewalt und Unrecht sich durchsetzen.“ Die Geschichte von Jesu Auferstehung mache jedoch den Sieg über die Macht des Todes deutlich. „In der Welt herrschen andere Herren. Wir aber glauben an den Herrn, der dem Tod die Macht genommen hat“, sagte der Theologe. „Der, der gestorben ist, wird leben.“

Den 18. Psalm in Verbindung mit konkreten Erfahrungen aus dem Kontakt mit ukrainischen Freunden lasen Pfarrer Björn Heymer und Ernst von der Recke. Eine gute Bekannte lebe in Odessa, berichtete von der Recke. Er frage sich, wie es ihr geht. In den Familien gebe es viele Ängste. Eine Freundin habe geschrieben: „Eure Gebete sind unser Schutz.“

Während einer Zeit stillen Gedenkens legten Besucherinnen und Besucher als Zeichen ihrer Sorge für die Menschen in der Ukraine und in Russland Steine auf den Altar. Um ihrer Hoffnung für den Frieden Ausdruck zu geben, zündeten sie Lichter für die Opfer des Krieges an.

Auch Jugendliche gestalteten das Friedensgebet mit. So beteten drei Konfirmandinnen mit der Gemeinde den Franz von Assisi (1182–1226) zugeschriebenen Text „Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens“.

„Friede sei mit dir“ von Manfred Siebald trugen Christine Heymer (Gesang) und Elisabeth Hausen (Flügel) vor. Hubert Hübner an der Orgel schloss das Friedensgebet mit der ukrainischen Nationalhymne.

Auch in zahlreichen anderen Kirchengemeinden in der Region fanden am Sonntag auf den Aufruf des rheinischen Präses hin Friedensgebete statt.

bkl

 

Bild 1: Drei Theologen und drei Konfirmandinnen waren an der liturgischen Gestaltung des Friedensgebetes im Dom beteiligt (v.l.): Ernst von der Recke, Laura Dronka, Chiara Rödig, Hartmut Sitzler, Louisa Bedau und Björn Heymer.

Bild 2: Sorge und Hoffnung angesichts des Krieges in der Ukraine machte Superintendent Dr. Hartmut Sitzler in seiner Ansprache deutlich.

Bild 3: Teilnehmende am Friedensgebet zündeten Lichter der Hoffnung an und brachten sie zum Altar.

Bild 4: „Friede sei mit dir“ von Manfred Siebald sangen und spielten Christine Heymer (r.) und Elisabeth Hausen (l.).