In diesem Sommer hat sich ein FRIEDENSNETZWERK Lahn-Dill gegründet. Es verbindet Gruppen aus der Politik (BSW, DKP, Basis), des Umweltschutzes (BUND) und der Kirche (Laurentiuskonvent Laufdorf). Einig sind sich die Teilnehmenden in dem Wunsch, die Kriegsgefahr für Deutschland abzuwenden und Auswege aus der Spirale tötender Gewalt aufzuzeigen.
Ihre erste gemeinsame Aktion war die Kundgebung zum Antikriegstag am 1. September. Als Ort hatte das Netzwerk den Vorplatz am Wetzlarer Bahnhof gewählt und sich dort am späten Nachmittag an die Passanten gewandt. Ansprachen, Musikbeiträge von dem Solmser Sänger Wolfgang Thiel und dazwischen immer wieder Aphorismen und Beiträge aus der Wetzlarer Geschichte im 2. Weltkrieg von dem Stadtrat und Mitglied bei „Wetzlar erinnert“, Klaus Petri. Walter Schäfer (DKP) mahnte, dass die Lehre aus dem blutigen 20. Jht.: „Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg“, durch das Verlangen nach erneuter „Kriegstüchtigkeit“ vergessen gemacht werde. Jürgen Becker (BUND-Kreisvorsitzender) erinnerte am Beispiel des Vietnamkrieges daran, dass „unabhängig von der Schuldfrage Kriege ein Desaster für unsere natürlichen Lebensgrundlagen bedeuten“. Christian Kumbier („Die BASIS“) bezeichnete die Strategie der NATO-Osterweiterung als gefährliche Sackgasse und forderte, die grundgesetzlich gegebene Verpflichtung zu einer gemeinsamen Sicherheitsstruktur nicht zu vergessen. Ernst von der Recke beklagte nicht nur die vielen Kriegstoten in der Ukraine und Russland, sondern auch die Traumatisierungen und andere, Generationen andauernde Kollateralschaden. „Kriege sind Menschenfresser“ – diesen Gedanken entlieh er der etwa dreitausend Jahre alten Geschichte über den Machtkampf zwischen dem jungen König David und einem Sohn des verstorbenen König Saul (2. Samuel 2, 26). Der jüngste Redner, Linus Carnetto-Ärghäuser (BSW) forderte von der Politik eine Rückkehr zu einem vernünftigen Interessenausgleich.
Das nächste öffentliche Treffen des FRIEDENSNETZWERK Lahn-Dill findet am 15.09.2026 um 19 h im Naturfreundehaus Wetzlar, Schützenstr. 13 statt.
E. v. d. R.
FOTO: Marie-Noelle v.d. Recke