Mehr als 150 Menschen im Dom versammelt

Mehr als 150 Menschen haben am Samstagabend den Wetzlarer Dom mit Leben und Licht erfüllt. Zur „Nacht der Lichter“ versammelten sich Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfessionen zu einem besonderen ökumenischen Abendgottesdienst, der ganz von der schlichten und zugleich tiefgehenden Spiritualität von Taizé geprägt war. Mitgestaltet wurde der Gottesdienst von den beiden Pfarrern Björn Heymer und Christoph Schaaf.

„Was suchst du?“ – Eine offene Frage im Raum

Unter der Leitfrage „Was suchst du?“ entstand ein Raum, der viele Antworten zuließ und zugleich keine vorschnellen gab. Zwischen Kerzenlicht und Gesängen, zwischen Stille und gemeinsam gesprochenem Gebet wurde spürbar, wonach sich viele sehnen: nach Orientierung und Sinn, nach Gemeinschaft und Frieden, nach Gerechtigkeit und innerer Ruhe.

Gesänge, die tragen und Stille, die wirkt

Die meditativen Lieder aus Taizé, ihre sich wiederholenden Melodien und einfachen Texte, luden dazu ein, zur Ruhe zu kommen und sich innerlich zu sammeln. Immer wieder erfüllte der Gesang den Dom, getragen von der großen Gemeinschaft, die an diesem Abend zusammengekommen war. Einen besonderen Anteil daran hatte der Taizé-Chor aus Wettenberg, der mit großer musikalischer Dichte und spürbarer Hingabe die Gesänge anleitete und so dem Abend eine besondere Tiefe verlieh. Dazwischen öffneten sich bewusst gestaltete Zeiten der Stille. Momente, in denen jede und jeder für sich hören, beten oder einfach da sein konnte.

Ein Zeichen der Verbundenheit: Das geteilte Licht

Ein besonderer Moment war das Teilen des Lichts: Kerzen wurden weitergereicht, ein kleines Zeichen, das sich im Raum ausbreitete und sichtbar machte, was diesen Abend prägte – Verbundenheit. Aus vielen einzelnen Lichtern wurde ein gemeinsames Leuchten.

Eine gewachsene Tradition

Seit dem Hessentag 2012 wird die „Nacht der Lichter“ einmal im Jahr im Wetzlarer Dom gefeiert. Auch in diesem Jahr zeigte sich: Dieses Format spricht Menschen an. Es schafft einen Raum, in dem Glaube nicht laut sein muss, sondern tragen darf, leise, gemeinschaftlich und stärkend.

Ermutigung für den Alltag

Viele gingen an diesem Abend mit einem Gefühl der Ermutigung nach Hause und vielleicht auch mit einer leisen Ahnung darauf, dass das, was sie suchen, längst begonnen hat, in ihnen zu leuchten.

JCK

FOTOS: Jan-Christopher Krämer