Am Freitag, 6. März 2026, feiern Menschen in über 150 Ländern den Weltgebetstag der Frauen. Die Liturgie kommt in diesem Jahr aus Nigeria. Ihr hoffnungsvolles Motto „Kommt! Bringt eure Last.“ greift die Einladung Jesu aus Matthäus 11,28–30 auf und stellt die Frage, wie Lasten heute getragen, geteilt und verwandelt werden können.
Gemeinsamer Vorbereitungstag in Hüttenberg
Diese Frage stand bereits im Mittelpunkt eines intensiven Vorbereitungstages: Am Samstag, 24. Januar 2026, kamen rund 50 Frauen im Paul-Schneider-Gemeindezentrum in Hüttenberg zusammen. Fachlich begleitet wurde der Workshoptag von Dagmar Müller, leitende Pfarrerin der Frauen im Rheinland.
Getragen wurde die Veranstaltung von einer starken Kooperation: Das Bildungs- und Schulreferat des Evangelischen Kirchenkreises an Lahn und Dill arbeitete eng mit den Evangelische Frauen im Rheinland e.V. zusammen; unterstützt wurde der Vorbereitungstag von der Evangelische Frauenhilfe Hüttenberg.
Nigeria: ein Land der Superlative und Gegensätze
Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas: Über 230 Millionen Menschen, mehr als 250 Ethnien und über 500 Sprachen prägen den Vielvölkerstaat. Das Land verfügt über die größte Volkswirtschaft des Kontinents und gehört zu den international wichtigen Erdölproduzenten.
Gleichzeitig stehen viele Menschen vor großen Herausforderungen. Armut, Gewalt und ethno-religiöse Konflikte sind weit verbreitet. Besonders junge Menschen haben oft geringe Perspektiven. Einige suchen Wege nach Europa, andere geraten in gewaltsame Strukturen. Und doch gibt es Hoffnungsräume: etwa in der boomenden Musik- und Filmindustrie – Stichworte Afrobeat und Nollywood – die für manche neue Chancen eröffnen.
Die Rolle der Frauen – tragend, verletzlich, kraftvoll
Ein besonderer Fokus des Vorbereitungstages lag auf der Lebensrealität von Frauen in Nigeria. Frauen tragen Verantwortung für Familien und Gemeinschaften, sichern Einkommen und halten soziale Netze zusammen, häufig unter schwierigen Bedingungen. Auf dem Land tragen sie Lasten sichtbar auf dem Kopf; in Stadt und Land kommen unsichtbare Lasten hinzu: strukturelle Benachteiligung, Armut, fehlender Zugang zu Bildung und Gewalt.
Zugleich sind Frauen Akteurinnen des Wandels. Sie engagieren sich in Kirchengemeinden und Frauengruppen, stärken einander den Rücken und schöpfen Kraft aus ihrem Glauben. Der Weltgebetstag gibt ihnen Stimme, Raum und Würde und macht ihre Erfahrungen weltweit hör- und spürbar.
„Mein Joch ist sanft“ – Entlastung im Miteinander
Im Zentrum der theologischen Auseinandersetzung stand Jesu Zusage: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid.“ Bemerkenswert ist dabei das Bild vom Joch. Lasten verschwinden nicht einfach. Doch im gemeinsamen Tragen entsteht Entlastung. Das Miteinander eröffnet einen geschützten Raum, in dem Hoffnung wächst, gerade in Krisen und Konflikten.
Einladung zum Weltgebetstag
Was diese Zusage heute bedeutet und wie Frauen in Nigeria ihren Glauben leben, wird am Weltgebetstag am 6. März 2026 erfahrbar – bei Gottesdiensten, Begegnungen und Gebeten auch in Ihrer Nähe. Der Vorbereitungstag in Hüttenberg zeigte eindrücklich: Der Weltgebetstag verbindet über Grenzen hinweg und lädt ein, Lasten nicht allein zu tragen, sondern sie gemeinsam vor Gott zu bringen.
JCK
FOTOS: Jan-Christopher Krämer
FOTO 1: Fachlich begleitet wurde der Workshoptag von Dagmar Müller, leitende Pfarrerin der Frauen im Rheinland.
FOTO 2: Bildungsreferent Jochen Gessner leitete in den Tag ein, der gemeinsam vom Bildungs- und Schulreferat des Evangelischen Kirchenkreises an Lahn und Dill sowie der Evangelische Frauen im Rheinland e.V. veranstaltet wurde; mit wunderbarer Unterstützung der Evangelischen Frauenhilfe Hüttenberg.
FOTO 3: Nigeria: ein Land der Superlative und Gegensätze
FOTO 4: Rund 50 Frauen kamen zum Vorbereitungstreffen zum Weltgebetstag nach Hüttenberg.