Am 21. Januar 2026 wurde das Gemeindehaus Garbenheim zu einem besonderen Ort der Begegnung. Auf Einladung der Evangelischen Kirchengemeinde Garbenheim und gemeinsam mit Pfarrerin Ellen Wehrenbrecht kamen rund 30 Interessierte zusammen, um mehrere Episoden der experimentellen Kurzfilmserie HOLY B3 zu sehen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Die Filmvorführung öffnete einen Raum, in dem Kunst, Theologie und gesellschaftliche Fragen aufeinandertrafen und sich gegenseitig herausforderten.

Eine Serie aus persönlichem Anlass

Initiator der Reihe ist Claudio D’Attis, ein international tätiger italienischer Regisseur, der seit mehreren Jahren in Wetzlar lebt. Aus einer über zehnjährigen künstlerischen Zusammenarbeit mit dem Maler und Tänzer Roberto Basile entstand die Kurzfilmserie HOLY B3. Auslöser war der plötzliche Tod von Basiles Schwägerin Anna, die in der Reihe – als Avatar – eine tragende Rolle einnimmt.

Die Serie erzählt von der Beziehung des Menschen zu Gott und zur Technologie. Unterschiedliche Figuren aus dem Alltag, ein Priester, eine Nonne, ein Astronaut, eine Krankenschwester, ein Bürgermeister, eine Eismacherin und ein Roboter, eröffnen dabei vielschichtige Perspektiven auf Glauben, Hoffnung, Verlust und Zukunft.

Drehort Kirche Garbenheim

Zwischen August und November 2025 entstanden mehrere Szenen der Serie in der Kirche Garbenheim. Für Claudio D’Attis ist sie „ein stilles, lichtdurchflutetes Juwel für Gläubige und Suchende – ein Ort, an dem sich Glaube, Licht und Zukunft in besonderer Weise begegnen“.

Lebendige Diskussion nach der Vorführung

Im Anschluss an die Filmsequenzen entwickelte sich bei Kaffee und Kuchen eine offene und intensive Diskussion, an der sich viele der Anwesenden aktiv beteiligten. Im Mittelpunkt standen Fragen nach den Chancen und Gefahren Künstlicher Intelligenz, ihrem Einfluss auf Gesellschaft und Zusammenleben sowie der Umgang mit Trauer in einer digital geprägten Welt. Persönliche Erfahrungen, ethische Überlegungen und theologische Perspektiven griffen ineinander. Die Filme wirkten als Impulsgeber, nicht belehrend, sondern öffnend und anregend.

Der Nachmittag zeigt, dass Kirche Räume schaffen kann für zeitgenössische Kunst, kritisches Nachdenken und ehrliche Gespräche über das, was Menschen heute bewegt.

Weitere Informationen:
www.holyb3dieserie.de

JCK

FOTOS: Jan-Christopher Krämer

FOTO 1: (v. l.) Roberto Basile, Patrick Massaro (Schauspieler), Claudio D’Attis, Pfarrerin Ellen Wehrenbrecht und Angela Massaro (Maske).

FOTO 2: Rund 30 Menschen kamen zum Filmnachmittag in das Gemeindehaus in Garbenheim.