Hoffnung teilen, Glauben stärken
Wie kann Glaube tragen, wenn vieles unsicher geworden ist? Wie finden Menschen neue Kraft, Gemeinschaft und Hoffnung in einer Zeit voller Krisen und Veränderungen? Unter der Überschrift „Fest glauben in brüchigen Zeiten?!“ lud der Evangelische Kirchenkreis an Lahn und Dill zum „Tag der Inspiration“ ins Kloster Altenberg ein.
Zahlreiche Menschen aus verschiedenen Gemeinden des Kirchenkreises kamen zusammen, um einen Nachmittag voller Begegnungen, geistlicher Impulse und kreativer Zugänge zum Glauben zu erleben. Die Leitfrage des Tages zog sich dabei wie ein roter Faden durch das Programm: Was gibt Halt, wenn Gewissheiten brüchig werden und sich die Welt ständig verändert?
Gemeinsam Gottes Wort entdecken
Der Nachmittag begann in der Kirche des Klosters Altenberg mit Musik und einem geistlichen Impuls. Im Mittelpunkt des anschließenden BibelTeilens stand die Geschichte des Propheten Elia aus 1. Könige 19. Der erschöpfte Prophet zieht sich nach Zeiten großer Herausforderungen in die Wüste zurück, fühlt sich allein und mutlos. Doch Gott begegnet ihm nicht im Sturm, nicht im Erdbeben und nicht im Feuer, sondern im „stillen, sanften Sausen“.
Gerade dieser Text knüpfte an das Motto des Tages an. In einer Zeit, die viele Menschen als unübersichtlich und belastend erleben, erzählt die Geschichte von einem Gott, der Menschen in ihrer Erschöpfung wahrnimmt, stärkt und ihnen neue Perspektiven eröffnet.
Beim BibelTeilen wurde der Text in kleinen Gruppen mehrfach gelesen. Die Teilnehmenden tauschten sich darüber aus, welche Worte sie besonders berührten, welche Fragen der Text aufwirft und welche Bedeutung er für das eigene Leben haben kann. So entstand ein offener Raum für persönliche Glaubenserfahrungen, unterschiedliche Perspektiven und gegenseitiges Zuhören.
Im Anschluss nutzten viele Besucher*innen die Gelegenheit, sich bei Kaffee und Kuchen im Innenhof zu begegnen. Dabei entstanden Gespräche über Glaubensfragen, Hoffnungen und die Herausforderungen unserer Zeit.
„Es tut gut zu erleben, dass man mit seinen Fragen und Hoffnungen nicht allein ist“, fasste eine Teilnehmerin ihre Eindrücke zusammen.
Vielfältige Workshops eröffnen neue Zugänge
Ab dem späten Nachmittag konnten die Teilnehmenden aus sieben Workshops wählen. Im Workshop „Herzensgebet“ führte Inge Lehrbach-Bähr in eine jahrhundertealte Form christlicher Spiritualität ein. Beim „Bible-Art-Journaling“ gestalteten die Teilnehmenden unter Anleitung von Ingrid Hofmann biblische Texte kreativ mit Farben, Schrift und Bildern.
Wer Freude am gemeinsamen Musizieren hatte, war beim Workshop „Fröhliches Singen“ mit dem Kreiskantor Dietrich Bräutigam willkommen. Pfarrer Christoph Schaaf lud bei „Pilgern unterwegs“ dazu ein, Glauben in Bewegung zu erleben und die besondere Atmosphäre des Altenbergs bewusst wahrzunehmen.
Mit allen Sinnen der Bibel nachspüren konnten die Teilnehmenden bei „Bibel erklingt“ mit Pfarrerin Friederike Schuppener. Im Workshop „Segnen und gesegnet werden“ eröffnete Pfarrerin Kirsten Vollmer Raum für persönliche Erfahrungen mit Zuspruch, Ermutigung und Gottes Segen. Kreativ und handwerklich wurde es schließlich bei „In Stein gemeißelt“, das der Bildhauer und Steinmetzmeister Olaf Schulz leitete.
Parallel dazu bot Frank Busch gemeinsam mit seinem Team ein eigenes Kinderprogramm an.
„Die Mischung aus geistlicher Tiefe, Gemeinschaft und Kreativität hat mich sehr angesprochen“, sagte ein Teilnehmer nach dem Workshop-Angebot.
Mit Segen gestärkt in den Alltag
Den Abschluss bildete ein gemeinsamer Segen in der Kirche. Er setzte einen hoffnungsvollen Schlusspunkt unter einen Nachmittag, der viele Menschen ermutigte, ihren Glauben als Kraftquelle für den Alltag neu zu entdecken.
„Ich fahre mit neuen Gedanken und viel Rückenwind für den Alltag nach Hause“, lautete das Fazit einer Besucherin.
So wurde der „Tag der Inspiration“ zu einem Ort der Begegnung und Ermutigung. Die Frage „Fest glauben in brüchigen Zeiten?!“ blieb dabei nicht unbeantwortet. Viele Teilnehmende nahmen die Erfahrung mit nach Hause, dass Glauben dort wachsen kann, wo Menschen Hoffnung teilen, Gemeinschaft erleben und sich von Gottes Zuspruch stärken lassen.
JCK
FOTOS: Jan-Christopher Krämer und Jochen Gessner
FOTO 2: Pfarrer Reinhard Vollmer eröffnete den „Tag der Inspiration“.
FOTO 3: Caroline Mora präsentiere ein selbstgeschriebenes Lied.
FOTO 4: Superintendent Hartmut Sitzler zeigte anhand eines Würfels, dass wir Gottes Wirken oft erst durch genaues Hinschauen sehen können.
FOTO 5-10: Ob in der Stille oder kreativ – die Teilnehmenden konnten sich in unterschiedlichen Workshops inspirieren lassen.
FOTO 11 und 12: Pfarrer Joachim Grubert leitete die Schlussandacht und der Projektchor, der sich an diesem Nachmittag gebildet hatte, präsentiere die einstudierten Lieder.