Weltgebetstag aus Taiwan:

Erstmals nach Corona unbeschwert und ohne Auflagen gemeinsam Weltgebetstags-Gottesdienst gefeiert: Die christlichen Gemeinden in der Region an Lahn und Dill haben dies mit viel Freude getan, dabei ihrer Kreativität freien Lauf gelassen und die Gottesdienstbesucherinnen im Anschluss zur Begegnung bei Kaffee, Kuchen und landestypischen Speisen eingeladen.

„Glaube bewegt“ lautete das Motto für den ökumenischen Gottesdienst am ersten Freitag im März, dessen Liturgie diesmal Frauen aus Taiwan vorbereitet hatten. Im Mittelpunkt stand dabei der Brief an die Gemeinde in Ephesus aus dem Neuen Testament, Kapitel 1, Verse 15-19. So ging es in den Gottesdiensten darum, vom Glauben der Taiwanerinnen zu hören und sich davon ermutigen zu lassen.

Viel Arbeit in die Vorbereitung des Tages gesteckt hatte ein Team um die Verantwortlichen Hedwig Kleinhans, Waltraud Borries und Hilde Brückmann in der Katholischen Kirche Mariä Schmerzen in Dorlar. „In den Augen Gottes sind wir kein Konfetti, das vom Wind hin und her getrieben wird, sondern Teile eines großen Puzzles“, sagte Waltraud Borries in ihrem Vortrag der Auslegung des Bibeltextes.

Ein Herz aus Pappe entstand aus vier großen Puzzleteilen mit neun zentralen Begriffen aus dem Bibeltext, wie „Hoffnung“, „Kraft“ und „Liebe“. Damit symbolisierten die Akteurinnen, dass jede Frau so unterschiedlich wie unersetzlich ist und, verbunden mit allen anderen, in der Liebe eine Gemeinschaft mit Jesus Christus bildet. Die Frauen hatten zudem viele zierliche rote Herzen angefertigt, die die Anwesenden als kleines Dankeschön für ihre Geldspende für die Weltgebetstags Projekte erhielten. Mit selbstgebastelten Herzen waren auch die Tische dekoriert, an denen sich die Gottesdienstbesucherinnen im Anschluss zu Kaffee und selbstgebackenem Kuchen trafen. Hintergrundinformationen zu Taiwan präsentierte Hedwig Kleinhans. Auf den Altarstufen war aus bunten Tüchern der Umriss des Inselstaates im Pazifik, der vor dem chinesischen Festland liegt, zu sehen.

Eine eindrückliche Vorstellung des Landes gab es auch in der evangelischen Kirche in Oberbiel, wo die Frauengruppe „Aftereight“ um Silke Naumann-Dorlas den Gottesdienst lebendig gestaltete. Hier erfuhren die Teilnehmenden, dass der Staat mit einer Hauptinsel und mehr als 100 weiteren Inseln rund 23 Millionen Einwohner hat und etwa so groß wie Baden-Württemberg ist. Politisch spielt die Frage nach Menschenrechten und Demokratie eine große Rolle, denn die Volksrepublik China beansprucht das seit 1992 demokratisch regierte Land als zu ihren Provinzen gehörig. In der multiethnischen Gesellschaft aus Nachfahren von Einwanderern und indigenen Gruppen gibt es ein vielfältiges religiöses Leben mit rund fünf Prozent Christen.

Nach dem Gottesdienst mit einem ebenfalls aus Puzzleteilen zusammengesetzten Herz und vielen schwungvollen Liedern waren die Besucherinnen ins Haus an der Kirche eingeladen. Dort gab es von den Aftereight-Frauen zubereitete Speisen nach Rezepten aus Taiwan wie überbackenen Chinakohl oder Ananas-Küchlein. Der Weltgebetstags-Gottesdienst wird im März im Seniorenzentrum Mittelbiel noch einmal gefeiert. „Viele, die früher in unsere Kirche gekommen sind, wohnen jetzt dort“, so das langjährige Aftereight-Mitglied Claudia Hey. „Deshalb werden wir jetzt auch dorthin gehen und mit ihnen Gottesdienst feiern.“

 

Hintergrund Weltgebetstag
Die ökumenisch ausgerichtete Weltgebetstags-Bewegung existiert seit fast 100 Jahren. Jedes Jahr bereiten christliche Frauen aus einem anderen Land diesen Tag vor, der jeweils am ersten Freitag im März in mehr als 150 Ländern rund um den Globus gefeiert wird. Die Frauen machen sich stark für die Rechte von Frauen und Mädchen in Kirche und Gesellschaft. Mit der Kollekte werden weltweit über 100 Partnerorganisationen unterstützt, die Frauen und Kinder stärken.

 

bkl

Bild 1: Gestaltete einen lebendigen Weltgebetstagsgottesdienst in der evangelischen Kirche in Oberbiel: die Frauengruppe Aftereight (v.l.): Christa Knoblich, Renate Esch, Susanne Bernhardt, Silke Naumann-Dorlas, Marita Klös, Ute Merz, Eva Oettinger und Claudia Hey.

Bild 2: In der katholischen Kirche Mariä Schmerzen in Dorlar hatte eine Gruppe katholischer und evangelischer Frauen den Gottesdienst gemeinsam vorbereitet (v.l.): Hilde Brückmann, Waltraud Borries, Elisabeth Köhler, Karin Zohner, Martina Euteneuer und Hedwig Kleinhans.

Bild 3: Zentrale Begriffe aus dem Bibeltext waren in Dorlar als Puzzleteile gestaltet.

Bild 4: Die Umrisse von Taiwan sind in der katholischen Kirche in Dorlar aus Tüchern ansprechend gestaltet. Die Lichterkette symbolisiert, wie beliebt die Verwendung von Lichtern in Taiwan ist.

Bild 5: Aus vier Puzzleteilen entsteht in Oberbiel ein Herz.

Bild 6: So wird das Herz zusammengefügt.