Vom 16. bis 20. Januar 2026 hat die Landessynode der Evangelische Kirche im Rheinland in Bonn über zentrale Zukunftsfragen beraten und entschieden. Insgesamt 184 Synodale kamen zusammen. Mit Pfarrerin Johanna Mähling, Marion Giersbach-Schmidt, Dr. Gerhard Noeske und Assessor Christoph Schaaf sowie Superintendent Dr. Hartmut Sitzler als Mitglied der Kirchenleitung, waren auch fünf Personen aus dem Kirchenkreis an Lahn und Dill vor Ort dabei.

Finanzstrategie für die Kirche der Zukunft

Im Mittelpunkt der Beratungen stand die Finanzstrategie der Landeskirche. Angesichts sinkender Einnahmen beschloss die Synode einen weitreichenden Sparkurs. Bis zum Jahr 2030 sollen jährlich rund 33 Millionen Euro eingespart werden. Zugleich betonte die Synode, dass es nicht allein um Kürzungen, sondern um einen gezielten Umbau zu einer zukunftsfähigen Kirche geht, die neue Schwerpunkte setzt und in ausgewählte Projekte investiert.

Die beschlossenen Maßnahmen betreffen zahlreiche Arbeitsfelder – darunter die Vereinte Evangelische Mission, die Studierendenarbeit, die Flüchtlingshilfe, den Arbeitslosenfonds sowie Bildungs- und Hochschulstrukturen.

Kontroversen und Proteste begleitet von Diskussionen

Besonders die Einschnitte in der Studierendenarbeit sorgten für intensive Debatten. Die Synode beschloss, dass sich die Landeskirche künftig aus Bereichen wie Wohnheimverwaltung und speziellen Beratungsangeboten zurückzieht. Die Evangelischen Studierendengemeinden sollen perspektivisch in neue Formen von Gemeinden junger Erwachsener überführt werden. Diese Pläne hatten im Vorfeld der Synode deutliche Kritik ausgelöst und wurden während der Tagung von Protesten begleitet.

Auch weitere Vorhaben – etwa zur Zukunft geistlicher Häuser, zu Kürzungen in Diakonie und Ökumene sowie zur Schulfinanzierung – wurden kontrovers diskutiert und schließlich entschieden.

Weitere Themen auf der Tagesordnung

Neben den Finanzfragen befasste sich die Landessynode mit der Neuregelung der Presbyteriumswahlen, der langfristigen Pfarrstellenplanung bis 2040, der Umgestaltung öffentlich-rechtlicher Dienstverhältnisse sowie mit gesellschaftspolitischen Themen. Beschlüsse zur Bekämpfung von Armut in Deutschland und zum Schutz geflüchteter Menschen in Europa setzten dabei deutliche inhaltliche Akzente.

Die Landessynode 2026 endete mit dem klaren Auftrag, den begonnenen Umbau weiterzugehen – verantwortungsvoll, streitbar und getragen vom gemeinsamen Vertrauen in Gottes Begleitung.

Eindrücke unserer Landessynodalen

Assessor Christoph Schaaf: „Die Landessynode 2026 der Evangelische Kirche im Rheinland in Bonn hat eindrucksvoll gezeigt, wie ernsthaft und verantwortungsvoll Kirche heute um ihre Zukunft ringt. In konzentrierter Arbeitsatmosphäre wurde diskutiert, abgewogen und entschieden – getragen von einem spürbar großen Engagement der Haupt- und besonders der Ehrenamtlichen, oft bis spät in die Nacht hinein.

Das beschlossene Sparziel ist nahezu erreicht. Künftig wird an vielen Stellen kräftig eingespart – und doch bleibt klar: nicht auf Kosten der Schwächsten. Dieser Grundsatz prägte die Beratungen und verlieh ihnen eine spürbare Tiefe.“

Marion Giersbach-Schmidt: „Neben der intensiven Sacharbeit öffnete die Synode Räume für geistliche Weite. Unterschiedliche, teils internationale Impulse bereicherten die Tage. Gottesdienste, Abendmahlsfeiern, gemeinsames Beten und Singen gaben Halt und Orientierung – und erinnerten daran, aus welcher Quelle dieses Ringen lebt.

Besonders ermutigend war die Präsenz junger, hoch engagierter Menschen. Ihr Mitdenken, ihre Stimme, ihr Verantwortungsbewusstsein machen Hoffnung für die kommenden Jahre.“

Dr. Gerhard Noeske: „Ich bin sehr zufrieden, dass es uns gelungen ist, ein umfassendes und weitgehend ausgewogenes Sparkonzept über fünf Jahre mit einem Volumen von mehr als 30 Millionen €  sehr ausführlich zu diskutieren und mit wenigen Anpassungen zum Beispiel beim Arbeitslosenfonds auch zu verabschieden.

Die Synode lebte zudem vom Austausch: in Ausschüssen und Arbeitsgruppen, bei den Mahlzeiten, in Kaffeepausen oder abends auch bei informellen Gesprächen. Begegnungen mit Mitarbeitern des Landeskirchenamts ermöglichten fachliche Klärungen ebenso wie den Austausch über den gemeinsamen Glauben.“

Pfarrerin Johanna Mähling: „Am Ende stand ein starkes Gemeinschaftsgefühl: Wir alle sind EKiR – vielfältiger, lebendiger und verbundener, als es von der eigenen „Insel“ aus manchmal scheint.“

 

JCK

FOTO: Jan-Christopher Krämer

BU: Vertraten den Kirchenkreis auf der Landessynode in Bonn: (v. l.) Assessor Christoph Schaaf, Dr. Gerhard Noeske, Marion Giersbach-Schmidt, Pfarrerin Johanna Mähling und Superintendent Dr. Hartmut Sitzler