Mit bewegenden Segensworten, festlicher Musik und einer spürbaren Aufbruchsstimmung wurde Daniel Herr am 7. Juni 2026 in der Evangelischen Kirche in Nauborn zum Pfarrer ordiniert. Superintendent Dr. Hartmut Sitzler ordinierte den jungen Theologen zum Dienst an Wort und Sakrament und sprach ihm gemeinsam mit weiteren Pfarrerinnen und Pfarrern Gottes Segen für seinen Weg zu.
Für den 28-jährigen Daniel Herr beginnt damit ein neuer Lebensabschnitt und für den Evangelischen Kirchenkreis an Lahn und Dill ein Dienst mit einem Pfarrer, der in der Region verwurzelt ist, neue Ideen mitbringt und Kirche nah bei den Menschen gestalten möchte.
Verwurzelt in der Region
Aufgewachsen ist Daniel Herr in Dreisbach bei Ehringshausen. Nach dem Abitur an der Theodor-Heuß-Schule in Wetzlar zog es ihn zum Theologiestudium nach Marburg. Schon damals beschäftigte ihn die Frage, wie sich die biblische Botschaft so vermitteln lässt, dass sie Menschen heute erreicht und berührt.
Sein Vikariat führte ihn in die Kirchengemeinde Nauborn-Laufdorf. Dort wurde aus dem Wunsch, Theologie zu studieren, die Entscheidung für den Pfarrberuf.
„Ich wollte erklären, was in der Bibel steht“, erzählt Herr. „Pfarrer werden war zunächst gar nicht mein Plan. Erst die Gemeinde und meine Mentorin, Pfarrerin Twittenhoff, haben mich darin bestärkt, diesen Weg zu gehen.“ Heute begeistert ihn vor allem, Menschen zu begleiten, Hoffnung zu schenken und den Glauben lebensnah erfahrbar zu machen.
Mit frischen Ideen in den Probedienst
Seit Beginn seines Vikariats lebt Daniel Herr mit seiner Verlobten in der Wetzlarer Altstadt. Vor wenigen Wochen ist ihre Tochter zur Welt gekommen – ein ganz persönlicher Neuanfang, der mit dem Start in den Pfarrdienst zusammenfällt. „Ich bin seit Anfang 2024 begeisterter Wetzlarer“, sagt er.
Während seines zweieinhalbjährigen Probedienstes übernimmt Herr den pastoralen Dienst in der Kirchengemeinde Wetzlar. Darüber hinaus arbeitet er im Projekt Kirchentag des Kirchenkreises mit, engagiert sich in der Y-Church für junge Erwachsene und unterrichtet Evangelische Religion an der Werner-von-Siemens-Schule.
Dabei möchte er Kirche aktiv mitgestalten. Sein Anliegen ist eine Kirche, die den Menschen zuhört, ihre Fragen ernst nimmt und den Mut hat, neue Wege zu gehen.
„Ich wünsche mir eine Kirche, die mutig neue Wege geht und neue Konzepte ausprobiert. Die Kirche muss wieder stärker in der Gesellschaft sichtbar werden. Sie muss zu den ganz normalen Menschen gehen.“
Hoffnung weitergeben
Ein Vers begleitet Daniel Herr seit vielen Jahren und prägt auch seinen Dienst als Pfarrer:
„Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.“ (1 Joh 4,16)
Diese Zusage möchte er weitergeben – in Gottesdiensten, im Religionsunterricht, in der Arbeit mit jungen Erwachsenen und in den vielen Begegnungen des Alltags.
Mit seiner Ordination beginnt für Daniel Herr ein neuer Weg. Verwurzelt in seiner Heimat, offen für neue Ideen und voller Freude auf die Begegnung mit Menschen macht er sich auf den Weg – mit Gottes Segen und dem Wunsch, Kirche gemeinsam mit anderen lebendig und zukunftsorientiert zu gestalten.
JCK
FOTO: KGM NL
Pfarrer Daniel Herr (Bildmitte) mit Pfarrerin Hildegard Twittenhoff, Superintendent Dr. Hartmut Sitzler und Mitgliedern des Presbyteriums.