Der Musiker, Sänger, Maler und Bildhauer Siegfried Fietz feiert seinen 80. Geburtstag. Aus diesem Anlass gibt er am Sonntag, 25. Mai, um 15 Uhr ein Konzert in seinem Skulpturenpark in Allendorf. Gemeinsam mit Weggefährten und Familienmitgliedern möchte er Musik und Begegnung feiern. Der Eintritt ist frei. Bei schlechtem Wetter findet die Veranstaltung in der Ulmtalhalle statt.
Mit auf der Bühne stehen unter anderem Clemens Bittlinger, Hemi Jost und Wolf Codera sowie seine Kinder Sandra Fietz-Oberbeck und Oliver Fietz.
„Von guten Mächten“ wurde weltbekannt
Der in Bad Berleburg im Siegerland geborene Fietz gilt als einer der Wegbereiter christlicher Popmusik in Deutschland. Bereits in den 1970er Jahren war er unter dem Künstlernamen Manuel Thaler in Funk und Fernsehen präsent.
Sein bekanntestes Lied ist die Vertonung des Gedichts „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer. Bonhoeffer hatte die Zeilen aus dem Konzentrationslager an seine Familie geschrieben. Heute wird das Lied weltweit in Gottesdiensten und Kirchen gesungen.
Internationale Projekte und große Begegnungen
Zu den besonderen Stationen seines Lebens zählen Produktionen mit dem Apollo-Astronauten James Irwin sowie eine Schallplattenaufnahme mit Coretta Scott King, der Witwe des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr..
Bereits mit 15 Jahren begann seine musikalische Laufbahn. Nach der Ausbildung zum C-Kirchenmusiker und einem zusätzlichen Studium in Harmonielehre, Kompositions- und Instrumentationslehre bei dem Komponisten Gustav Adolf Schlemm arbeitete er schon als Zwanzigjähriger für den mittelhessischen Verlag Gerth Medien, damals Schulte & Gerth.
1974 gründete Fietz gemeinsam mit seiner Frau Barbara den Abakus-Verlag, den sie bis heute führt. Inzwischen arbeitet die gesamte Familie im Unternehmen mit.
Über 4000 Lieder in sechs Jahrzehnten
Von 1986 bis 1996 moderierte Fietz die HR-Sendung „Lieder zwischen Himmel und Erde“, die auf HR1 pro Ausgabe bis zu 150.000 Hörer erreichte.
In rund 60 Jahren künstlerischen Schaffens schrieb er mehr als 4000 Lieder und Melodien. Rund 500 entstanden gemeinsam mit dem Dillenburger Schriftsteller Rolf Krenzer, weitere etwa 500 mit Johannes Jourdan. Bereits früh arbeitete Fietz mit dem Royal Philharmonic Orchestra in London zusammen und nahm dort Oratorien über die Apostel Petrus und Paulus auf.
Kunst im Skulpturenpark
Mit 45 Jahren lernte Fietz zusätzlich den Beruf des Kunstschnitzers. In seinem Atelier entstehen seitdem Skulpturen und Gemälde. Erst kürzlich wurden seine Werke in einer Kirche in Görlitz ausgestellt.
Seit 2015 betreibt er in Allendorf einen frei zugänglichen Skulpturenpark am Ulmtalradweg. Dort sind rund 30 Werke verschiedener Künstlerinnen und Künstler aus Holz, Stein und Metall zu sehen. Fietz errichtete auf dem Gelände zudem eine Bühne und schuf aus Baumstämmen Sitzgelegenheiten für Gottesdienste und musikalische Aufführungen.
Kreativ trotz gesundheitlicher Pause
Auch mit 80 Jahren denkt Fietz nicht ans Aufhören. Zwar zwang ihn eine Herzklappen-Operation im vergangenen Jahr zu einer längeren Pause. Seit Januar steht er jedoch wieder auf der Bühne. Häufig begleiten ihn dabei sein Sohn Oliver oder seine Tochter Sandra musikalisch.
Erst kürzlich war Fietz beim Katholikentag zu erleben, wo er einen Liedzyklus über den blinden Bartimäus aus der Bibel aufführte. Rückblickend betont er, wie wichtig ihm die Offenheit gegenüber katholischen Gemeinden und Autorinnen und Autoren geworden sei.
Förderer vieler christlicher Künstler
Über Jahrzehnte hinweg setzte sich Fietz auch für die Förderung christlicher Musikerinnen und Musiker ein. In seinem Tonstudio ermöglichte er vielen erste professionelle Aufnahmen. Die Mitwirkenden des Geburtstagskonzerts stehen stellvertretend für zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, die er begleitet hat. Zu den bekanntesten zählt der Liedermacher Manfred Siebald.
Aktuell arbeitet Fietz an einer neuen Produktion mit dem Titel „Dankbar“, die sein Leben und Wirken zusammenfassen soll.
Kürzlich wartete er in einem Raum und las Worte an einer Wand. Als er hereingerufen wurde, sang er spontan ein Lied, das aus diesem Moment heraus entstand. Solche Augenblicke, sagt Fietz, berührten Menschen bis heute.
Sein Lebenswerk beschreibt er mit einfachen Worten:
„Es ging darum, die Gottesbotschaft in offener Weise zu den Menschen zu bringen.“
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