TIKATO hilft weiter mit Projekten

Mittelhessische Nothilfe in Burkina Faso bei Geflüchteten verteilt und weiterhin dringend nötig:

Der Arbeitskreis Brot für die Welt-TIKATO kann nach Jahresabschluss wieder auf bemerkenswerte Spendeneingänge blicken: für die Projekte in Bildung bei Kindergärten, Schulen und einer Technikerschule , bei Nahrungsmittelsicherung inklusive Bildung in Garten- und ökologischem Feldanbau, im Brunnenbau sowie bei „Humanitäre Hilfe für die Terror-Binnenflüchtlinge“ wurde investiert.

Neben der mit der Kirchengemeinde Naunheim gemeinsamen Aktion „Tausche Mangos gegen Schule“ (Erlös mehr als 21.000 Euro), sind knapp 18.000 Euro an Kollekten aus den Kirchengemeinden sowie knapp 43.000 Euro an Spenden zu verzeichnen. Davon kamen zahlreiche aus dem ganzen Bundesgebiet sowie 10.000 von einem norwegischen Spender.

„Leider haben nicht alle Spenderinnen eine Adresse auf der Banküberweisung vermerkt. So kann weder ein Dank ausgesprochen noch eine Spendenbescheinigung versandt werden“, bedauern die TIKATO-Leute. Dankbar sind die Verantwortlichen dafür, dass bisher alle Projekte (die gemeinsamen mit Brot für die Welt sowie die eigenverantwortlichen) in noch nicht vom Terror heimgesuchten Regionen liegen.
„Ob wir allerdings beim nächsten Besuch nach Tikato/ Pissila in die Region Kaya reisen können, ist überhaupt nicht sicher“, bemerken Heidi J. Stiewink und Wilhelm Wilmers aus ihrer langjährigen Erfahrung. „Dort in der Nähe wütete der Terror . Und dort werden auch jetzt gemeinsam mit Pfarrer David Hilfsmittel für Geflüchtete verteilt“, erklärte beim gestrigen Telefonat Etienne Bazie. Der in 2015 begonnene Terror nimmt inzwischen schlimme Ausmaße an, so dass das ganze Land unter Angst lebt. “Jede Familie ist auf irgendeine Weise mit den Opfern verbunden“, erklärt der seit langem in Deutschland lebende Gustave Sawadogo aus Mannheim, über den „Burkinatag“ mit TIKATO verbunden.

„Wenn sie Kirchen angreifen, sind es die Werte der Toleranz, Vergebung und Liebe, die unser Land seit jeher geleitet haben, die berührt wurden. Die in unseren Gesetzen verankerte Religionsfreiheit wurde damit verletzt. Trotz dieser islamistischen Angriffe und ihrer Forderungen sind Einheit, Solidarität, Säkularismus und sozialer Zusammenhalt nach wie vor die Werte, die Burkina Faso zugrunde liegen. Der Wille terroristischer Gruppen besteht sicherlich darin, diese Grundlage zur Schaffung eines Gemeinschafts- und Identitätskonflikts zu schwächen“, ist die Einschätzung der Terrorlage von Etienne Bazie.

Kirchen, Moscheen, Polizei- und Militärstationen, Marktplätze, Dorf-Ansiedlungen wurden überfallen, mehr als 800 Menschen wurden brutal ermordet. Die Überlebenden fliehen in die Städte, Flüchtlingslager mussten eingerichtet werden, nachdem unglaublich viele Bewohner neben Verwandten ihnen auch Unbekannte in ihre Häuser aufgenommen hatten. Die angebauten Felder in den nördlichen Terrorregionen können nicht geerntet werden. Die Heimat ist verloren….Die Zahl der Binnenflüchtlinge bewegt sich auf die Millionengrenze zu. Um die Burkinabé aber in ihrem Land zu halten, ist Projektarbeit „Hilfe zur Selbsthilfe“ besonders wichtig.

Nach ihrem ersten Aufruf an ihre internationalen Partnerorganisationen konnte ODE schon in vielen Regionen Hilfsmittel verteilen. „Die erneuten Anschläge machen neue Hilfe nötig: Am Heiligabend haben bereits geflüchtete 100 Kinder ihre Mütter durch ein Massaker auf dem Marktplatz von Arbinda verloren. Dort hatten sie gerade nach ihrer Flucht eine neue Zuflucht gefunden. Vor zwei Wochen erfolgten zwei Anschläge auf Dorfmärkte und Polizeistationen.“, schreibt ODE und bittet um weitere Hilfe. „Viele Menschen fliehen nach Kaya, die Stadt unweit des Staudamms; dort haben wir Schlaf-Matten, Lebensmittel, Medikamente und Küchenutensilien verteilen können,“ blickt der kirchliche Partner , Direktor Etienne Bazie dankbar auf die Situation. Aber: „Die Bedürfnisse vor Ort wachsen noch immer und die Herausforderungen sind ebenso enorm. Aus diesem Grund planen wir die Verteilung von Lebensmitteln, Kleidung und Grundbedarfsgütern fortzusetzen, um die notleidende Bevölkerung zu entlasten“ schreibt das Entwicklungsbüro der Evangelischen Kirchen /ODE. Auf die TIKATOfrage: “ Können wir hier noch etwas für Euch tun?“, bittet der Agraringenieur und Pastor aus Burkina: “ Bleibt mit Euren Gedanken bitte bei uns und in den Gebeten. Wir brauchen das. Und dankt bei Euch allen Gebern.“

Die 14 aktiven TIKATOmitglieder werben seit 46 Jahren nicht nur Spenden ein, sondern durch eigenen weiteren persönlichen Einsatz erwirtschaften sie mindestens jährlich 5.000 Euro durch Back- und Verkaufsaktionen von Mangokeksen auf Advents- und anderen Märkten, Verkauf burkinischen Kunsthandwerks und die Großaktion beim „Brückenschlag Wetzlar-Ouagadougou“.

Aus den Spendenmitteln 2019 wird die TIKATOgruppe nun nochmals 5.000 Euro überweisen. 3.600 Euro konnten schon seit November durch drei Kirchengemeinden zusätzlich angespart werden, nachdem die 20.000 Euro überwiesen waren.

Wer sich hier beteiligen möchte, informiere sich bitte bei info@tikato-burkina-faso.de , www.tikato-burkina-faso.de oder 06441 7707494.

sti / Fotos: ODE Ouagadougou

Bild 1: Etienne Bazie (Mitte) erklärt in Dörfern und Gemeinden die Verteilung und spricht den Menschen Mut zu.

Bild 2-4: Hilfsmittel wie Matten und Nahrungsmittel werden verteilt.