Rainer Kunick hält noch gerne Gottesdienste

Superintendent im Ruhestand hat 50. Ordinationsjubiläum:

Im Ruhestand freut er sich, keine der zahlreichen Sitzungstermine mehr wahrnehmen zu müssen, die er als Superintendent zu bewältigen hatte, gibt Pfarrer Rainer Kunick schmunzelnd zu. Seit nunmehr gut zwölf Jahren im „Land der selbstgewählten Möglichkeiten“, ist der Theologe am 28. Juni vor 50 Jahren von Superintendent Heinz Gutzen in der evangelischen Kirche in Kirn an der Nahe ordiniert worden.

Dass das, woran er auch heute viel Freude hat, noch viel mit seinem Beruf als Pfarrer und Superintendent zu tun hat, liegt auch daran, dass der Seelsorger sehr zufrieden mit dem ist, was er während seiner langen Amtszeit in Bewegung setzen konnte. Dazu gehören insbesondere seine Tätigkeiten als Gemeindepfarrer in Kirn (1970-1978), Garbenheim (1978 bis 1992) und an der Wetzlarer Kreuzkirche (1992 bis 2005).

Kunick hatte mehrere Synodalbeauftragungen inne und engagierte sich in vielen kreiskirchlichen Ausschüssen wie für Öffentliche Verantwortung, Osteuropa, Jugend oder Sozialethik sowie insgesamt 21 Jahre im Kreissynodalvorstand.

1991 wählte ihn die Synode zum Superintendenten des Evangelischen Kirchenkreises Wetzlar. 14 Jahre wirkte Rainer Kunick als leitender Theologe, war Vorsitzender des Kirchenkreisverbandes des Diakonischen Werkes und des Stephanuswerkes sowie Mitbegründer des Hospizes „Haus Emmaus“ und zudem Vorsitzender des Volksmissionarischen Ausschusses auf Landeskirchenebene. Lange Jahre hat der Theologe auch in der Wiedereintrittstelle der ehemaligen rheinischen Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar Verantwortung übernommen.

Rainer Kunick ist dankbar dafür, dass Gott ihm dazu und auch im persönlichen Leben immer wieder die nötige Kraft gegeben hat. Diese Zusage kommt für ihn auch in seinem Konfirmationsspruch aus dem Buch Jesaja, Kapitel 40, Vers 31 deutlich zum Ausdruck: „Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“

Den Glauben des in Liegnitz (Schlesien) geborenen Theologen haben seine Eltern und die Leitenden der Gemeindejugend des CVJM geprägt. Nach dem Abitur entschied er sich, Pfarrer zu werden. Doch auch das Lehramt wäre eine Option gewesen und so gab er bis zu seiner Wahl als Superintendent Religionsunterricht an der Wetzlarer Goetheschule und führte dies auch im Ruhestand noch lange Zeit fort. Rainer Kunick studierte in Wuppertal, Bonn und Tübingen Evangelische Theologie, war Vikar in Dudweiler an der Saar sowie in Kirn an der Nahe, wo er nach seiner Zeit als Pastor im Hilfsdienst zum Gemeindepfarrer gewählt wurde.

Auch die Familie hat für Rainer Kunick einen hohen Stellenwert. Dazu gehören neben dem Sohn und der Tochter inzwischen sieben Enkelkinder aus der Ehe mit seiner verstorbenen ersten Frau Renate, geb. Luithardt.

Fünf Freizeiten der Liebenzeller Mission organisiert Rainer Kunick jetzt pro Jahr gemeinsam mit seiner Frau Gabriele, geb. Hesse, mit der er seit fünf Jahren verheiratet ist. Der Theologe hält Vorträge im Rahmen eines Hauskreises und übernimmt zur Freude der im Amt stehenden Kolleginnen und Kollegen zahlreiche Gottesdienste und Amtshandlungen im Kirchenkreis. Der 77-Jährige hofft, nach dem Ende der Corona-Pandemie hier wieder richtig einsteigen zu können. Zudem engagiert Kunick sich weiter beim CVJM, als Autor des „Wort zum Tag“ bei ERF-Medien und der Bibellese „Momento“.

bkl

Vor 50 Jahren ist Rainer Kunick in Kirn an der Nahe ordiniert worden.