Kirchen sagen Gottesdienste ab

Die Evangelische Kirchengemeinde Wetzlar hat alle Sonntagsgottesdienste abgesagt. Auch die katholischen Gemeinden verzichten wegen der unklaren gesundheitlichen Situation an allen Kirchorten bis auf Weiteres auf die Gottesdienste.

Zudem wollen die Freie evangelische Gemeinde und die Anskar-Kirche aus Sorge um die Verbreitung des Corona-Virus auf Gottesdienste verzichten. Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) will am 15. März letztmalig Gottesdienst feiern und anschließend die Zusammenkünfte aussetzen. Einige Gemeinde überlegen wie sie ihre Mitglieder über das Internet betreuen können. Pastor Christoph Bergfeld von der Anskar-Kirche wird am Sonntag aus dem heimischen Wohnzimmer predigen und im Internet live übertragen. Die Baptisten haben das Konzert des ERF Chores für den Gottesdienst am 15. März abgesagt. Gottesdienst wird des aber geben. Anschließend will die Gemeinde über das weitere Vorgehen beraten. „Wir sind dabei, einen Livestream einzurichten, um die Gottesdienste im Internet zu übertragen“, so Pastor Tilo Linthe.

Die Evangelische Kirchengemeinde Wetzlar schreibt zur Absage: Diese Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen. In der aktuellen Situation brauchen die Menschen in ihren Sorgen und Nöten den Zuspruch und Trost aus dem Wort Gottes ganz besonders“. Weiter heißt es in der Erklärung: „Wir werden in den nächsten Tagen überlegen, wie wir weiter seelsorgerlich an Ihrer Seite stehen und den schweren Weg gemeinsam bewältigen, getragen im Glauben an den einen Gott. Dazu wollen wir andere Formen der Andachten und Gottesdienste bedenken und werden Sie dazu herzlich einladen.

Zugleich lädt der Leitungskreis der Gemeinde zum „Gebet ein für alle Kranken und Besorgten; für die vielen Ärzte und Helfer, die im Einsatz sind; für Angehörige, die in Trauer sind und sich um ihre Liebsten sorgen; für die Schüler, KiTa-Kinder und Abiturienten, die sich Gedanken um die Zukunft machen und für alle, die an Ihre Mitmenschen denken, ein freundliches Wort finden und eine helfende Hand ausstrecken“.

Praktische Hilfe regt die Leitung der Methodistischen Kirche an: „Sollte sich die Pandemie weiter ausbreiten, möchten wir Euch bitten, zu überlegen, was dies als diakonische Aufgabe bedeuten kann. Gerade ältere Generationen in den Gemeinden brauchen evtl. in den nächsten Wochen unsere Unterstützung (z. B. beim Einkauf)“.
Ferner werden die Mitglieder aufgefordert darüber nachzudenken, wie sichergestellt werden kann, dass der Informationsfluss erhalten bleibt und die Gemeinde die Kranken im Blick behält. Das Schreiben weist auf ein Beispiel in Südeuropa hin: „In Italien beginnen Christen für ihr Umfeld zu sorgen und z. B. Einkäufe zu übernehmen. Solche sozial-diakonische Einsätze könnten auch bei uns erforderlich werden und könnten unser Missionsauftrag in dieser verrückten Zeit sein“.

lr