Katharinenkirche Gleiberg ist Kirche des Monats September

Stiftung KiBa hilft bei der Sanierung des Turmdaches:

„Das ist eine hohe Auszeichnung“, freute sich Gemeindepfarrer Christoph Schaaf über die Nachricht, dass die historische Katharinenkirche der evangelischen Kirchengemeinde Krofdorf-Gleiberg von der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (Stiftung KiBa) zur „Kirche des Monats September 2019“ ernannt worden ist. „Das würdigt unsere Bemühungen um die Denkmalpflege unserer beiden Kirchen in Krofdorf und Gleiberg. Es ist toll, dass dieses Engagement bundesweit Beachtung findet!“

Mit 10.000 Euro hat sich die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gegründete Stiftung zudem an den Gesamtkosten von rund 125.000 Euro für die Sanierung des Turmdaches der Katharinenkirche in diesem Jahr beteiligt.  Zahlreiche Spenden aus der Gemeinde, Konzerte, Basare und Kollekten sowie der Verkauf von 50 historischen Schieferplatten der Kirche, die Konfirmanden bearbeitet hatten, trugen zur Finanzierung bei. Auch die Landesdenkmalpflege, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie die Zivilgemeinde Wettenberg halfen mit Beträgen im jeweils fünfstelligen Bereich.

Im Rahmen des Gleibergfestes der Gemeinde Wettenberg beging die Kirchengemeinde am Wochenende des 1. September auch das 400-jährige Jubiläum des Kirchenschiffes der Katharinenkirche.

Gefreut über die  Auszeichnung der Katharinenkirche Gleiberg hat sich auch Prälat Dr. Martin Dutzmann, Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union. Er hat 1982/83 als Vikar in der Kirchengemeinde Krofdorf-Gleiberg gewirkt und sagt dazu:
„Ich freue mich sehr, dass die Katharinenkirche auf dem Gleiberg von der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland zur ‚Kirche des Monats September 2019‘ gewählt wurde. Sie ist eine der schönsten Dorfkirchen, die ich kenne. Für mich ist sie nicht nur ‚Kirche des Monats‘ sondern Teil meines Lebens, weil ich dort meine ersten Predigten gehalten habe und meine Frau und ich dort getraut wurden. Ich hoffe, dass diese besondere Kirche noch vielen Generationen für die Begegnung mit Gott und den Menschen offensteht.“

Bereits 1230 gab es in der Burg Gleiberg eine Kapelle. Der Bau der jetzigen Kirche begann in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts mit der Errichtung einer gotischen Kapelle vor dem ehemaligen Haupteingang der Gleiburg. Durch den Anbau des jetzigen Kirchenschiffs konnte die Kapelle 1619 L-förmig erweitert werden. Zwischen 1619 und 1621 wurde auch der achtseitige, verschieferte Turm aufgebaut.

Der Chor wurde 1743 renoviert und eine flache Decke eingezogen. Zwei reich verzierte Emporen befinden sich an der West- und der Nordseite der Kirche. Die 1961/62 freigelegten Wandmalereien zwischen den Chorfenstern zeigen auch ein Bild der Heiligen Katharina, der Namenspatronin der Kirche.

Aus dem Jahr 1643 stammt die wertvolle Kanzel, der steinerne Altar aus dem Mittelalter. Bei einem Luftangriff 1945 wurde das Kirchendach schwer beschädigt. Erst 1965 konnte das Gotteshaus wieder in Gebrauch genommen werden.

Eine Außenrenovierung fand 1979 statt, eine weitere Sanierung in den Jahren 2003 bis 2005. Der Glockenstuhl mit seinen drei Glocken wurde vor vier Jahren saniert.

Eine Denkmalstiftung der Kirchengemeinde unterstützt die Unterhaltung der beiden denkmalgeschützten Kirchen in Krofdorf und Gleiberg.

bkl

Fotos: Stiftung KiBa

Bild 1: Die Gleiberger Katharinenkirche (hier vom Burghof aus gesehen) ist „Kirche des Monats September 2019“.

Bild 2: Die Luftaufnahme zeigt die Gleiberger Kirche rechts unterhalb der Burg.

Bild 3: Zwischen den Chorfenstern sind die Wandmalereien zu sehen, die 1961/62 freigelegt wurden.

Bild 4: Die mit wertvollen Schnitzereien verzierte Kanzel stammt aus dem Jahr 1643.