Haushalt der Landeskirche steht auf dem Programm

Delegierte fahren zur Finanzsynode nach Bad Godesberg:

Für drei von ihnen ist es nach der Landessynode im Januar und zwei Synoden im Kirchenkreis die vierte, für eine bereits die fünfte Synode in diesem Jahr: Pfarrer Roland Rust, der leitende Theologe des Evangelischen Kirchenkreises an Lahn und Dill (Kölschhausen), die Wißmarer Pfarrerin Alexandra Hans, Rolf Bastian aus Dutenhofen und Manuela Lowies (Altenkirchen), die im Januar auch an der ersten Jugendsynode der rheinischen Kirche teilgenommen hat, sind am 7. September ganztägig im evangelischen Amos-Comenius-Gymnasium in Bonn-Bad Godesberg zugegen. Dort werden sie mit den 202 weiteren stimmberechtigten Mitgliedern der rheinischen Synode Beschlüsse zum landeskirchlichen Haushalt 2020 und zu Umlagen fassen, die auch die Finanzplanung der 687 Kirchengemeinden und 37 Kirchenkreise betreffen.

Es  gibt also in diesem Jahr eine weitere ordentliche Landessynode. Im Gegenzug wird die Synode im Januar um einen Tag verkürzt. Die Idee der Landeskirche dabei: Die Mitarbeit soll durch die zeitliche Entzerrung insbesondere für Ehrenamtliche attraktiver gestaltet werden. Für die Landessynode im Januar sind dann die Finanzfragen geklärt, und sie kann sich mit anderen Themen beschäftigen. „Bisher gab es in der rheinischen Kirche immer eine Unschärfe im Verfahren, da die Haushaltsplanungen abgeschlossen werden mussten, bevor die Landessynode etwa die Umlagen beschlossen hatte“, sagt Präses Manfred Rekowski dazu. Zudem hat das Kirchenparlament damit die Möglichkeit, zwei Mal jährlich auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren. Auch künftig ist daher versuchsweise jeweils eine zweite Synode geplant.

Die Kirchensteuereinnahmen werden für das kommende Jahr auf 750 Millionen Euro geschätzt (Verteilbetrag 2019: 744 Millionen). Für Aufgaben der Landeskirche, die größtenteils die Kirchengemeinden mit einer Umlage finanzieren, werden 130 Millionen eingeplant (in diesem Jahr 127,3 Millionen). 320 Millionen werden für die Pfarrbesoldung einberechnet.

Darüber hinaus möchte die Landeskirche in die Zukunft investieren und beispielsweise 730.000 Euro für die Jugendarbeit und ein Jugendcamp bereitstellen. „Wir hoffen, dass wir dadurch neue Impulse anschieben können“, so Landeskirchenrat Henning Boecker, stellvertretender Leiter der Abteilung Finanzen. Ferner sollen 600.000 Euro für neue Gemeindeformen aufgewendet werden. Und die Ausbildung ehrenamtlicher Prediger soll stärker finanziell unterstützt werden.

Die 72. ordentliche Tagung der Evangelischen Kirche im Rheinland beginnt am 7. September mit einem Gottesdienst in der dem Comenius-Gymnasium benachbarten Johanneskirche in Bad Godesberg.

Landessynode

Mehr als 2,5 Millionen Mitglieder zählen zur Evangelischen Kirche im Rheinland, der zweitgrößten Landeskirche in Deutschland. Die Landessynode ist mit ihren 206 stimmberechtigten Mitgliedern, zu denen Theologinnen und Theologen, Nichttheologinnen und – theologen gehören, deren oberstes Leitungsgremium. 37 Kirchenkreise in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland bilden die rheinische Kirche.

bkl

 

 

 

 

Sie nehmen an der Finanzsynode in Bad Godesberg teil (v.l.): Manuela Lowies, Rolf Bastian, Alexandra Hans und Roland Rust.