Fürs Presbyterium kandidieren

Regina Lütz und Tilman Rüdiger sind dabei:

Geeignete, motivierte Menschen gesucht!

Am 1.März 2020 werden in der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), zu der auch der Kirchenkreis an Lahn und Dill gehört, die Presbyterien („Ältestenräte“) neu gewählt.

Das Presbyterium ist das Gremium, das die Kirchengemeinde leitet. Viele der insgesamt 50 Gemeinden im Kirchenkreis suchen noch Kandidaten – Menschen, die ein Herz für den christlichen Glauben und ihre Gemeinde haben, die gern im Team arbeiten, denen es Freude macht, sich an der Entscheidungsfindung zur  Gestaltung des Gemeindelebens aktiv zu beteiligen und die entsprechende Fähigkeiten dazu mitbringen. „Gemeinde mit mir“ lautet deshalb auch das Motto für die Presbyteriumswahlen 2020 der rheinischen Kirche.

Mit dabei ist auch Regina Lütz aus Greifenstein-Allendorf. Pfarrer Jochen Weiß hat die 38-Jährige angesprochen und gefragt, ob sie sich eine Kandidatur vorstellen kann. „Von selbst wäre ich nicht auf diese Idee gekommen“, gibt die verheiratete Bauingenieurin, die sich zurzeit beruflich neu orientiert, zu. Aber sie hat sich über die Anfrage gefreut. Denn die Mitarbeit in der Gemeinde war ihr schon immer wichtig. Und warum dann nicht auch in einem leitenden Gremium? „Ich sehe das als gute Gelegenheit, Kirche mit zu gestalten“, erklärt Regina Lütz. „Meine Aufgabe sehe ich besonders in der Jugendarbeit. Ich engagiere mich bereits in der Jungschar und möchte im nächsten Jahr einen Teenkreis gemeinsam mit anderen aufbauen.“ Und sie sieht es als Chance für sich, einerseits in Gemeindegruppen und andererseits im Presbyterium mit zu arbeiten. Damit sie auch in das Engagement für Jugendliche auf Kirchenkreisebene hineinschnuppern kann, hat Pfarrer Weiß sie zum diesjährigen Konfirmandentag mitgenommen. Dort konnte Regina Lütz sich viele Anregungen für die Arbeit mit Jugendlichen in der eigenen Gemeinde holen.

„Ich finde es toll, dass sich Regina Lütz als junger Mensch bereit erklärt hat, Verantwortung zu übernehmen und dass sie insbesondere für Jugendliche da sein  möchte“, sagt Gemeindepfarrer Jochen Weiß.

Konkret geht es bei der Arbeit im Presbyterium um Entscheidungen beispielsweise über die Einstellung von Mitarbeitenden,  über Veranstaltungen sowie über den Haushalt der Gemeinde und ihre Gebäude. Das Presbyterium  trägt Verantwortung für die Seelsorge, die Diakonie und die Gottesdienstgestaltung. Die Sitzungen finden monatlich statt, hinzu kommen eventuell Ausschusssitzungen für die speziellen Arbeitsbereiche.

Jemand, der schon Erfahrung als Presbyter hat, ist Tilman Rüdiger aus Wetzlar. Der 35-Jährige ist vor zehn Jahren schon einmal für eine Amtsperiode von vier Jahren in dem kirchlichen Gremium tätig gewesen. Was er dort seinerzeit erlebt hat, war für den Vater einer sechsjährigen Tochter so motivierend, dass er sich nach seinem Lehramtsstudium in München entschlossen hat, noch einmal zu kandidieren. „Damals hat mich Pfarrer Jörg Süß angesprochen, mit dem ich auf Jugendfreizeiten fuhr, seit ich 15  war“, erzählt der Lehrer für Bautechnik und Englisch an der Werner-von-Siemensschule in Wetzlar. „Später wurde ich Mitarbeiter in der Jugendarbeit.“ Für ihn sei die Aufgabe, Presbyter zu sein, dann erst einmal Neuland gewesen. „Aber ich wurde ernst genommen, obwohl ich der Jüngste war“, berichtet er. Jetzt hat Pfarrer Süß ihn gefragt, ob er sich vorstellen könnte, wieder dabei zu sein. „Ich bin in der Gemeinde groß geworden, stehe zu unserer Landeskirche und finde es schön, mich aktiv an Entscheidungen beteiligen zu können. Und mir ist die Außenwirkung von Kirche wichtig, die Art und Weise, wie wir den Menschen unseren Glauben an Jesus Christus vermitteln.“ Rüdiger kandidiert für den Bezirk Kreuzkirche. Die Evangelische Kirchengemeinde Wetzlar hat vier Bezirke mit jeweiligen Bezirksausschüssen, die gemeinsam das Gesamtpresbyterium bilden. „Seine Kandidatur verjüngt unseren Bezirksausschuss“, freut sich Pfarrer Jörg Süß. Zudem seien im Ausschuss bislang fast nur Frauen. Und was sind Tilman Rüdigers konkrete Pläne? „Ich möchte mich wieder im Bauausschuss engagieren“, sagt er. Und er kann sich gut vorstellen, Baukirchmeister zu werden, sollte das Presbyterium seinem Wunsch und seiner Begabung zustimmen.

 

Stichwort Presbyteriumswahl

Wählbar als Presbyterin oder als Presbyter ist, wer am Wahltag, 1. März 2020, mindestens 18 und jünger als 75 Jahre alt sowie Mitglied der jeweiligen Kirchengemeinde ist. Vier Jahre dauert eine Wahlperiode. Die Tätigkeit einer Presbyterin oder eines Presbyters ist ehrenamtlich.

Ansprechbar für eine Kandidatur sind die Gemeindepfarrerinnen und Gemeindepfarrer. Zwischen dem 15. und dem 26. September läuft das offizielle Wahlvorschlagsverfahren. Aber auch bis zur Gemeindeversammlung, die in der Zeit vom 10. Bis 17. November in den Gemeinden stattfindet, die eine Presbyteriumswahl haben, können noch Kandidaten vorgeschlagen werden, bzw. sich melden.

Mehr Informationen über das Presbyteriumsamt und die Wahl gibt es im Internet unter presbyteriumswahl.de

bkl

„Gemeinde mit mir“ wollen Regina Lütz und Tilman Rüdiger gestalten, die am 1. März 2020 für das Presbyterium ihrer Kirchengemeinde kandidieren.