75 Jahre Befreiung von Auschwitz

Eine Gedenkstunde zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz findet am Montag, 27. Januar, im Jüdischen Gemeindezentrum Gießen (Burggraben 3) statt. Hauptredner am deutschen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus ist Dr. Ludwig Brake, Stadtarchivar i.R. Beginn ist um 18 Uhr.

Auschwitz (in der Nähe der polnischen Stadt Krakau) war das größte deutsche Vernichtungslager.
Hier wurden während der Zeit des Nationalsozialismus über anderthalb Millionen Menschen ermordet. Die meisten der Opfer waren Juden.

Am 7. Januar 1945 wurde das Lager von Einheiten der sowjetischen Roten Armee befreit. Obwohl die Nazis versucht hatten, die Spuren ihrer Verbrechen zu beseitigen und noch kurz vor dem Eintreffen der sowjetischen Soldaten 58.000 Überlebende auf Todesmärsche nach Westen gezwungen worden waren, fanden die Soldaten der Roten Armee ein Bild unvorstellbarer Grausamkeiten vor. Es gab in dem Lager noch 7.600 völlig ausgemergelte Überlebende und 650 Leichen. Außerdem fanden die Soldaten hunderttausende von Männer- und Frauenmänteln und Anzügen, 44.000 Paar Schuhe und
7, 7 Tonnen Menschenhaar.

Auschwitz ist zum Synonym für den Massenmord der Nazis an Juden, Sinti und Roma und anderen Verfolgten geworden. Auschwitz ist der Inbegriff des Rassenwahns und das Kainsmal der deutschen Geschichte. 1996 wurde der Jahrestag der Befreiung auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog offizieller deutscher Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. 2005 erklärten die Vereinten Nationen den 27. Januar zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts.