Die Krippe in der Barockkirche Greifenstein

Von Frauen aus der Gemeinde liebevoll gestaltet:

In der Zeit von 1683 bis 1702 ist sie entstanden, die Greifensteiner Barockkirche, die auf dem Gelände der Burganlage steht und von außen eher schlicht wirkt. Es wird vermutet, dass Johannes de Paerni 1686 mit dem Kircheninnenbau begann. Die neue Schlosskirche wurde auf der 1462 als Wehrkirche im spätgotischen Stil erbauten Katharinenkapelle errichtet, weshalb es sich hierbei um eine der wenigen Doppelkirchen in Deutschland handelt. Zahlreiche Stuckdekorationen schmücken die frühbarocke Kirche im Innern, und auch ausgesuchte Bibelverse am Deckengewölbe gehören dazu.

In der Advents- und Weihnachtszeit birgt die Greifensteiner Kirche eine besondere Kostbarkeit: Eine von Frauen aus der Kirchengemeinde selbst gefertigte Krippe       lädt in jedem Jahr zum Anschauen und zur Besinnung ein.

Die Idee dazu hatte Gudrun Buchholz, die heute in Hemmerden (Grevenbroich) lebt und damals in Greifenstein wohnte. „Ich habe seinerzeit jedes Jahr in der Adventszeit der Kirche eine Krippe zur Verfügung gestellt, die ich nach dem Vorbild einer Krippe aus Neuss selbst angefertigt hatte“, berichtet die 78-Jährige. „Irgendwann wollte ich sie dann selbst zu Hause stehen haben“, erklärt sie ihren verständlichen Wunsch. Aber die Kirche an Weihnachten ohne Krippe? Das war auch wiederum nicht vorstellbar. Da sei ihr die Idee gekommen, Frauen aus der Kirchengemeinde könnten gemeinsam ans Werk gehen um für die Greifensteiner Kirche solch eine weihnachtliche Szene zu gestalten.

„Etwa zehn Frauen aus der Kirchengemeinde waren mit ganz viel Initiative und Freude dabei“, so Gudrun Buchholz. „Sie kamen aus dem Frauenkreis der Gemeinde. Die einen haben die Figuren gehandarbeitet, die anderen die Gewänder genäht. Die Dritten haben die Schäfchen gebastelt und dafür Wolle von Schafen aus unserer Region verwendet.“ Etwa um die Jahrtausendwende sei das gewesen.

„Die Frauen haben sich damals im evangelischen Gemeindehaus getroffen, dort an der Krippe gearbeitet und die Figuren später zu Hause fertig gestellt“, erinnert sich Edith Chytri, heute gemeinsam mit Hannelore Schnackenwinkel Leiterin des Frauenkreises. Da wurden fleißig Mützen und Westen gestrickt und Gewänder für die etwa 30 Zentimeter großen Figuren genäht.

Und so sind Maria, Josef und das Christuskind in der Krippe entstanden, vier Hirten, der Verkündigungsengel, Ochse und Esel, die drei Weisen mit einem Kamel sowie eine kleine Herde mit 25 Schafen, darunter auch hier und da ein schwarzes. Die Schäfchen sind aus Holz, mit Jute umkleidet, wie auch die anderen Figuren. „Sackleinen wurde damals dafür verwendet“, erklärt Küster Hans Peter Warter, der auch in diesem Jahr wieder eine Stunde gebraucht hat, um die Figuren aufzubauen und liebevoll zu arrangieren. Dekoriert ist die Krippenlandschaft mit Baumrinde und Wurzeln, gesammelt im Greifensteiner Wald.

Den Stall haben damals Günther Buchholz und Rudi Chytri aus Greifenstein gezimmert. Später kam noch ein Steinbrunnen, von Gudrun Lorenz gefertigt, hinzu. Seitdem steht die Krippe jedes Jahr in der Advents- und Weihnachtszeit zur Freude der Besucher in der Greifensteiner Barockkirche. Sie lädt zur Besinnung auf das Weihnachtsgeschehen ein und erzählt mit ihren Figuren die Geschichte von der Menschwerdung Gottes und von Christus als dem Licht, das im Dunkel des Lebens leuchtet und Trost und Hoffnung schenkt.

Anschauen kann man die Greifensteiner Krippe außerhalb der Gottesdienstzeiten gegen eine Spende zu den weiteren Öffnungszeiten der Kirche: samstags und sonntags von 12 bis 16 Uhr, noch bis zum 19. Januar 2020.

bkl

 

Bild 1: Freuen sich auch in diesem Jahr gemeinsam mit vielen Gemeindegliedern wieder an den von Frauen aus der Gemeinde gestalteten Krippenfiguren: einige der Frauen des derzeitigen Frauenkreises mit (v.r.) Edith Chytri, Brigitte Nell, Christa Raffius, Ilse Ruth, Rosi Schaub und Küster Hans Peter Warter.

Bild 2: Die Barockkirche Greifenstein zeigt dem Betrachter ein eher schlichtes Äußeres.

Bild 3: Im Innern der Kirche zeigt sich die barocke Ausgestaltung. In der Advents- und Weihnachtszeit steht die Krippe rechts neben dem Altar.

Bild 4: Die Greifensteiner Krippe wird jedes Jahr in der Barockkirche liebevoll aufgebaut.