Das Licht ist stärker als die Finsternis

Evangelische Weihnachtsgottesdienste an Lahn und Dill:

 Mit einer Vielfalt von Veranstaltungen – Gottesdiensten für Familien, Krabbelkinder, Jugendliche und Alleinstehende über Krippenspiele und Musicals  bis hin zu reichhaltigen Chor- und Instrumentaldarbietungen haben evangelische Christen an Lahn und Dill in den Weihnachtsfeiertagen die Geburt Jesu festlich  begangen.

So wurde am zweiten Weihnachtstag im Wetzlarer Dom für die Gottesdienstbesucher die Weihnachtsbotschaft zum musikalischen Hörgenuss: Hier konnten sie Bachs Kantate „Liebster Immanuel, Herzog der Frommen“ erleben, eindrucksvoll aufgeführt von der Kantorei, dem Bach-Collegium Wetzlar und Solisten unter Leitung von Kantor Dietrich Bräutigam.

In den rund 220 Gottesdiensten feierten viele Kirchengemeinden auch das Abendmahl und trafen sich in ökumenischer Verbundenheit  mit den katholischen Geschwistern in Kirchen und an anderen Orten, wie beispielsweise dem Wetzlarer Klinikum.

Schon am Vormittag des Heiligen Abends haben sich Eltern und kleine Kinder in Kölschhausen zum Krabbelgottesdienst getroffen, mit Sitzkissen im Altarraum und einer ganz einfach erzählten Weihnachtsgeschichte. Pfarrerin Tanja Kamp-Erhardt, die selbst zwei Kinder hat, kam auf die Idee, einen solchen Gottesdienst anzubieten: „Zu einer Uhrzeit, wenn der Mittagsschlaf noch weit ist und etwa eine halbe Stunde, damit es nicht zu lang wird für die Kleinen.“

Wenn Menschen die Bedeutung von Weihnachten vergessen, wissen sie auch nicht mehr, was Liebe ist. Darum ging es im Krippenspiel „Die Stadt, die Weihnachten vergaß“ in Hüttenberg-Reiskirchen, das ein Mitarbeiterteam mit 20    Kindergottesdienstkindern aufführte. Der Zimmermann Matthias schnitzt mit den Kindern der Stadt Krippenfiguren, die sie auf dem Markt aufbauen und damit erzählen, dass Gott die Menschen so sehr liebt, dass er in einem kleinen Kind einer von ihnen wurde. „Weihnachten fällt nicht aus, weil Gott uns nicht vergisst“, sagte Pfarrer Joachim Grubert in seiner Ansprache dazu.

Um den Traum von einer besseren Welt ging es im Weihnachtsmusical aus der Feder von Pfarrer Reiner Wagner in Niederkleen. „Die Welt braucht Menschen mit Träumen, Kinder und Erwachsene, die zusammenhalten und in Frieden ihre Welt gestalten“ hieß es unter dem Titel „Zueinanderstehen“. Genau das erzählt die Weihnachtsgeschichte: Wie Maria und Josef, aber auch die Könige zu dem Baby Jesus halten und wie Gott an die Hirten denkt, die Kleinen am Rande, und sie zuerst über die Geburt des Heilands benachrichtigt.

„Der Stern von Bethlehem“ hieß das Krippenspiel mit Kindern unter Leitung von Gemeindereferentin/Diakonin Marion Güldenhaupt, das Gottesdienstbesucher in Bonbaden, Neukirchen und Schwalbach erleben konnten. Im Mittelpunkt stand der Weihnachtsstern, der den Menschen, Hirten wie Königen, mit seinem Licht den Weg zur Krippe und zu Christus, dem eigentlichen Licht, weist. „Menschen werden vom Licht Jesu Christi angestrahlt und erleben, dass es in ihnen hell wird“, sagte Ortspfarrerin Kirsten Vollmer in ihrer Heiligabendpredigt. „Das Licht ist nämlich stärker als die Finsternis.“ Dieses Licht könne reflektiert werden, sagte die Geistliche, es könne dunkle Gedanken und jeden Streit vertreiben: „Dann ist fröhliche Weihnacht!“

bkl

Bild 1: „Gott kam zu uns auf die Welt, wurde so wie wir. Wir wolln uns freun, denn Jesus ist jetzt hier“, sang der Kinderchor beim Krippenspiel in Reiskirchen.

Bild 2: Auch die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium, die Kinder vorlasen, war Bestandteil des Krippenspiels in Reiskirchen.

Bild 3: Um den Stern von Bethlehem ging es beim Krippenspiel in Bonbaden.

Bild 4: Ob Hirten, ob Könige – sie alle bekommen  beim Krippenspiel in Bonbaden Wegweisung durch den Weihnachtsstern, der das Licht Jesu Christi symbolisiert.

Bild 5: In Steindorf gab es ein Krippenspiel mit Kamerateam, gespielter Tagesschau und Live-Übertragung nach Bethlehem, verfasst von Diakon Stefan Zeiger.

Foto: Zeiger

Bild 6: Die Bachkantate „Liebster Immanuel, Herzog der Frommen“ kam am zweiten Weihnachtsfeiertag unter Leitung von Kantor Dietrich Bräutigam im Dom zur Aufführung.