Dankbar für 36 Jahre gelungenen Dienst

Klaus Spiegelberg geht in den Ruhestand:

Kaum einer in Aßlar und Umgebung, für den Klaus Spiegelberg, zumeist mit einem Augenzwinkern „Spico“ genannt, kein Begriff ist. Der rührige Diakon hat das Leben der evangelischen Kirchengemeinde entscheidend mitgeprägt, und dies nicht nur durch sein überdurchschnittliches Engagement in vielfältigen Arbeitsbereichen, sondern auch durch seine gewinnende und einfühlsame Art, mit der er den Menschen begegnet ist.

Nach 48 Jahren beruflichen Engagements freut sich Klaus Spiegelberg nun mit 63 Jahren auf den Ruhestand. Viel Dankbarkeit und Wertschätzung hat der Diakon jetzt bei seiner „Abschiedstour“  durch die vielen Gemeindegruppen erfahren, die er geleitet hat. Für ihn ein Grund, zurückzublicken:

Auch wenn er mit seiner Familie schon lange in Leun wohnt, ist Klaus Spiegelberg ein „Aßlarer Bub“ geblieben: dort geboren und aufgewachsen hat er bereits mit 15 Jahren begonnen, eine Lehre zum Bürokaufmann zu absolvieren.

„Vor meiner Entscheidung, in den kirchlichen Dienst zu gehen, habe ich mich schon früh in der Kinder- und Jugendarbeit des CVJM und beim Konfirmandenunterricht der evangelischen Kirchengemeinde engagiert sowie im Jugendzentrum der Stadt“, erinnert sich der Diakon. In der Zeit seines Zivildienstes in einer Kirchengemeinde in Bielefeld habe er sich dann entschlossen, eine entsprechende Ausbildung zu machen. Der damalige Gemeindepfarrer Rüdiger Jankowski empfahl ihm das Lutherstift in Falkenburg (zwischen Bremen und Oldenburg). Hier konnten Quereinsteiger ein berufsbegleitendes Studium zum Diakon absolvieren. Bereits seit 1982 in der Kirchengemeinde Aßlar tätig, wurde Spiegelberg 1986 als Diakon fest in der Gemeinde angestellt.

„Meine Schwerpunkte waren die Kinder- und Jugendarbeit, die kirchliche Unterweisung, weiter die Freizeitarbeit und die Gewinnung, Schulung und Begleitung ehrenamtlich Mitarbeitender sowie die diakonische Arbeit“, erklärt der mit der Förderschullehrerin Marie Luise Spiegelberg verheiratete Vater von drei erwachsenen Söhnen und einer Tochter. Vier Gemeindepfarrer und eine Pfarrerin hat er in seiner Amtszeit erlebt: Pfarrer Gerhard Beste, der ihn als Mentor begleitete, Pfarrer Rüdiger Jankowski, Pfarrer Peter Heintze sowie Pfarrerin Friederike Schuppener und Pfarrer Martin Reibis, mit denen er bis zuletzt zusammengearbeitet hat. Seit seiner Ordination zum Prädikanten 2008 hat Spiegelberg auch Gottesdienste gehalten und auch ehemalige Mitglieder von Jugendgruppen getraut. Eine Kindergruppe, die er zu Beginn seiner hauptamtlichen Tätigkeit in der Kirchengemeinde gründete, ist heute noch aktiv und wird auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand von einem Ehrenamtlichenteam weitergeführt. Mehr als 400 Kinder sind in der Zeitspanne von 36 Jahren  allein in dieser Gruppe erreicht worden.

„Im Presbyterium meiner Gemeinde wurde diese Kontinuität meiner beruflichen Arbeit sehr geschätzt“, erzählt der Diakon, für den die Beziehungsarbeit mit den Menschen im Mittelpunkt seines Wirkens stand. Gerne erinnert er sich an  besondere Aktionen und Projekte wie die Veranstaltungsreihen „Mit Bäumen durch das Jahr“ 2000 und 2005. „Kinder konnten einen ‚Waldtag’ ohne Handys und Computer erleben, mit viel Zeit, naturnahen Erfahrungen und der Erkenntnis, dass der ‚Schöpfergott’ Tolles geleistet hat“, so Klaus Spiegelberg. Jugendliche fotografierten Bäume und aus den Bildern entstand eine gut besuchte Ausstellung. Mit Erwachsenen besuchte er einen Friedwald und kam mit ihnen zum Thema „Tod und Leben“ ins Gespräch, während er sich mit der Frauenhilfe im Sommer unter der mehrere hundert Jahre alten „Dicken Linde“ in Bermoll traf, und dort den Baum als religiöses Symbol ins Spiel brachte.

Die Kooperation mit dem Obst- und Gartenbauverein, aber auch mit der Grundschule und der Kommune  war für Klaus Spiegelberg eine Selbstverständlichkeit. Darüber hinaus hat er die Tafelarbeit in Aßlar initiiert, aufgebaut und sie geleitet.

„Wie kein anderer hat Klaus Spiegelberg durch seine ruhige, verlässliche und hochgeschätzte Art unsere lebendige Kirchengemeinde mitgeprägt“, sagt Pfarrer Martin Reibis und fügt hinzu: „Wir danken für den gelungenen Dienst.“

Und worauf freut er sich im Ruhestand? „Ich möchte gern mehr Fahrrad fahren und den Waldspaziergängen und Wanderungen auf dem Rothaarsteig mehr Raum geben“, sagt er. „Aber auch meiner Familie und Haus und Garten kann ich nun mehr Zeit zur Verfügung stellen.“ Denn Klaus Spiegelberg ist auch ein häuslicher Mensch. Er genießt die Freude seiner Angehörigen, wenn er etwas Leckeres für sie gekocht hat. Aber er gibt auch zu: „Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man in den Kreisen und Gruppen der Gemeinde, in der man 36 Jahre lang gearbeitet hat, ein gern gesehener Gast sein darf…“

Zum Festgottesdienst anlässlich der Verabschiedung von Klaus Spiegelberg lädt die Kirchengemeinde Aßlar am Sonntag, 13. Januar, ab 9.30 Uhr in die Kirche (Am Kirchberg) ein. Im Anschluss gibt es eine Nachfeier im evangelischen Gemeindehaus (Oberstr. 8a).

bkl

Bild 1: Diakon Klaus Spiegelberg tritt nach 36 Jahren Dienst in der Evangelischen Kirchengemeinde Aßlar in den Ruhestand.

Bild 2: Hier hat Klaus Spiegelberg seine Gruppen für junge Menschen geleitet: im Jugendhaus in der Ringstraße 4. Das Wandbild hat die ehemalige Mitarbeiterin in der Kinder- und Jugendarbeit Kerstin Hataj gestaltet.