Bezirksreferent nach 34 Jahren in den Ruhestand verabschiedet

Hermann Bernhard mit der Ehrenplakette des Katholischen Kirchenbezirks ausgezeichnet:

 Nach mehr als 34 Jahren im Dienst des Bistums Limburg wurde der Bezirksreferent des Katholischen Kirchenbezirks Wetzlar, Hermann Bernhard, in den Ruhestand verabschiedet. Am Festgottesdienst im Dom nahmen auch der leitende Geistliche des Evangelischen Kirchenkreises an Lahn und Dill, Pfarrer Roland Rust, teil, Altsuperintendentin Ute Kannemann sowie viele weitere evangelische Weggefährten. Dies im Bewusstsein einer jahrzehntelangen guten und vertrauensvollen ökumenischen Zusammenarbeit mit dem engagierten Bezirksreferenten.

Nach dem Gottesdienst, der von Bezirksdekan Martin Weber und dem Limburger Domkapitular Dr. Christof May gefeiert und vom Domchor musikalisch gestaltet wurde, trafen sich rund 150 Gäste und Weggefährten im Gertrudishaus, um sich von dem beliebten Bezirksreferenten zu verabschieden. Für seine großen Verdienste in Kirche und Gesellschaft wurde er mit der ganz selten verliehenen Ehrenplakette des Kirchenbezirks Wetzlar ausgezeichnet.

In ihrer Laudatio bezeichnete die Leiterin des Amtes für Pastorale Dienste im Bistum Limburg, Professorin Dr. Hildegard Wustmans, Bernhard als einen Mitarbeiter, der durch seinen kommunikativen Stil, seine Fachlichkeit und seinen Humor eine wertgeschätzte Person war. In ganz verschiedenen Funktionen wie der Erwachsenenbildung oder als Referent für Männer- und Seniorenarbeit habe er seinen Arbeitsschwerpunkt sicher im synodalen Bereich gesehen. „Sie haben so manche neuen Wege und Strukturveränderungen in der Kirche mitbegleitet bis hin zu den „ Pfarreien neuen Typs“ und dabei mitgearbeitet die Projekte umzusetzen und die Ehrenamtlichen in den Gemeinden und den synodalen Gremien auf dem neuen Weg mit ihrer Fachkompetenz begleitet“, lobte der Gast aus Limburg den Bezirksreferenten, der sich nie gescheut habe, offen seine Meinung zu sagen, wohl auch ein Grund, warum er über Jahre der Mitarbeitervertretung des Bistums Limburg angehörte. Abschießend überreichte sie Hermann Bernhard einen persönlichen Abschiedsbrief des Limburger Generalvikars, Wolfgang Rösch, in dem er dem angehenden Rentner auch im Namen von Bischof Georg Bätzing für seine vorbildliche Arbeit dankte.

„Er war ein Mann der Kirche, aber auch der Menschen “, betonte Georg Schiller, Vorsitzender der Synodalrates, dem obersten Beratungsgremium des Bezirks, in dem gewählte Vertreter aus den Kirchengemeinden mit Seelsorgern zusammenarbeiten, wenn es um Fragen von Kirche und Gesellschaft geht. „Über deine Arbeit als Bezirksreferent gibt es so unendlich viel zu sagen, aus diesem Grund habe ich das Ganze in Form eines Gedichtes zusammengefasst.“ Für seine vielfältigen Verdienste überreichte Georg Schiller Hermann Bernhard die Ehrenplakette des Kirchenbezirks Wetzlar.

In seinem Rückblick auf 34 Jahre im Bezirk dankte Hermann Bernhard zunächst seiner Frau Hedda, die seine Arbeit mit getragen habe. Sein erstes Gedenken galt seinem Freund Pfarrer Peter Kollas, der leider zu früh verstorben sei. Aus dem Bereich der Ökumene brachte Bernhard die gemeinsame Aktion beider Kirchen anlässlich des Hessentages 2012 zur Sprache, ein Projekt, das es so nicht mehr gegeben habe. Auch im Kirchlichen Arbeitskreis Flucht und im Kirchlichen Arbeitskreis Migration und Integration hatte sich Hermann Bernhard ökumenisch engagiert.

Zudem habe ihm die Ausbildung von Gottesdiensthelfern, mehr als 80 Männern und Frauen, sehr am Herzen gelegen, eine gute Sache angesichts der rückläufigen Priesterzahlen, sagte Bernhard.

Danach nahmen die vielen Weggefährten aus der Region die Gelegenheit zu einem persönlichen Dank für die gute Zusammenarbeit wahr. Dabei wurde auch manche Erinnerung ausgetauscht. Zur Überraschung aller brachte der Shanty-Chor „Achtern Diek“ der Wetzlarer Marine-Kameradschaft  dem Liebhaber von Seemannsliedern ein Ständchen. Da hatte der sonst so starke Hermann auch feuchte Augen.

wev / bkl