Auferstehung Christi am Ostermorgen

Chorfenster der Margarethenkirche Krofdorf setzen Hoffnungszeichen:

Die drei Chorfenster in der Evangelischen Margarethenkirche Krofdorf erinnern an die Bedeutung des Osterfestes. Gestaltet hat sie der Künstler Professor Johannes Schreiter (geb. 1930) aus dem hessischen Langen. Der international anerkannte Maler, Grafiker und Glasbildner, der sein Werk „Auferstehung Christi am Ostermorgen“ nennt, möchte den Blick des Kirchenbesuchers nach innen lenken, denn von außen gewähren die Fenster aus opakem Echtantik-Glas keinen Durchblick. Innen jedoch geben die in der Mitte sowie links und rechts angeordneten Kunstwerke dem Altarraum ein angenehm warmes Licht mit der Absicht, im Sinne Schreiters die Konzentration auf Gott zu lenken. „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden!“ lautet der dem Fensterzyklus zugeordnete Bibelvers aus dem Lukasevangelium, Kapitel 24, Verse 5 und 6. Im nach Osten, dem Aufgang der Sonne ausgerichteten Hauptfenster kennzeichnen die abwechselnd weiß und goldgelb herabfallenden Bahnen die Welt Gottes. Dabei symbolisiert das Weiß das Reich Gottes als eine Welt, wie der Schöpfer sie ursprünglich gedacht hat. Diese himmlische Welt senkt sich am Ostermorgen mit dem Goldgelb als das unvergängliche Licht Christi in die menschliche Welt hinab. Der rot-orange Haken mit Verbindung nach oben im rechten oberen Feld steht für das Blut Christi, das Geschehen am Kreuz. Die unten sichtbare Flamme kennzeichnet den Geist Gottes, der aus dem Tod das Leben erweckt und mit der Auferstehung Jesu Christi Kraft und Hoffnung schenkt.

Die Fenster links und rechts im Altarraum unterstützen die Aussage des Hauptfensters, wobei das rechte Südfenster das sogenannte „Schreitersche Schicksalszeichen“ enthält. Es ist eine weiße, wie ein U geformte Klammer, eine geöffnete Hand, die die Sehnsucht des Menschen nach Gott darstellt. Im März 2007 wurden die drei Schreiter-Glasfenster zur Auferstehung Jesu Christi mit einer gottesdienstlichen Feier in der vor 1271 gebauten Kirche in Gebrauch genommen.

Das über dem Altar hängende schmiedeeiserne Kreuz von 1985 hat vier an den Enden eingefügte Bergkristalle als Zeichen für den Schatz des Evangeliums. Den gekreuzigten Christus hat der Mainzer Künstler Alois Plum mit geöffneten Armen als Segenszeichen des Auferstandenen dargestellt. Dazu passen auch die in den Kreuzwinkeln angebrachten Blätter als Zeichen des aufblühenden Lebens. Zwischen Taufstein und Kanzel steht ein als Kreuz gestalteter Osterleuchter aus dem Jahr 2004. Er besteht aus dicken Eichenbalken, die aus dem abgebrochenen alten Chorgestühl stammen. Auf dem Querbalken steht die Osterkerze.

Der Chorraum der Margarethenkirche ist romanisch. Ab 1513 wurde die baufällig gewordene Kirche von einer vorreformatorischen Dorfkirche zu einer reformatorischen Predigtkirche umgebaut, mit dem Kirchenschiff als spätgotische Holzpfeilerkirche. Eine bauliche Eigenart ist, dass Chor und Schiff nicht in der gleichen Achse liegen und unterschiedlich hoch gestaltet sind.

Zur Restauration des Innenraums der Kirche kam es in den Jahren 1966 bis 1968. 1997 wurde die Kirche nach ihrem historischen Patronatsnamen „Evangelische Margarethenkirche Krofdorf“ benannt. Im Jahr 2003 musste der Dachstuhl über dem Chordach saniert werden. Gleichzeitig erhielt der Innenraum eine farblich hellere Gestaltung.

In der Kirche gibt es drei weitere Fenster des Künstlers Johannes Schreiter. Das Westfenster auf der Empore trägt den Titel „Gotteslob“ (2011), die beiden Fenster im vorderen Teil des Kirchenschiffes sind zu den Themen „Abendmahl“ und „Taufe“ (2015) gestaltet. Die Kunstwerke entstanden innerhalb von knapp zehn Jahren, ausgeführt vom Glasstudio Derix in Taunusstein und wurden durch Spenden, auch von Einzelpersonen, und Kollekten finanziert.

„Die Fenster machen Mut, im Alltag nach den Spuren und der Schönheit Gottes zu suchen und sich von ihm stärken zu lassen“, sagt Gemeindepfarrer Christoph Schaaf.

bkl

 

 

Bild 1: Das Hauptfenster aus dem Auferstehungszyklus von Johannes Schreiter ist im Osten des Chorraums der Margarethenkirche zu sehen (davor das schmiedeeiserne Kreuz).

Bild 2: Das Kirchenfenster, das im Chorraum nach Süden zeigt, enthält eine weiße Klammer, die wie eine geöffnete Hand die Sehnsucht des Menschen nach Gott symbolisiert.

Bild 3: Das Kirchenfenster, das im Chorraum in die nördliche Richtung weist, vermittelt mit den großflächigen Bahnen in Weiß für das Reich Gottes und in Goldgelb für das unvergängliche Licht Christi anschaulich die Osterbotschaft.

Bild 4: Blick ins Innere der Kirche, deren Altarraum hier für einen Taizé-Gottesdienst gestaltet ist.

Bild 5: Die Krofdorfer Margarethenkirche hat ein steiles Satteldach mit einem 1983 erneuerten Glockenturm in der Mitte.

Bild 6: Zwei am Haupteingang angebrachte Tafeln informieren über Geschichte und Namensgebung der Margarethenkirche Krofdorf.