200 Besucher im Skulpturenpark

Musical „Heimat ist“ vorgestellt:

Der Skulpturenpark des heimischen Künstlers Siegfried Fietz ist seit fünf Jahren ein Anziehungspunkt am Ulmtalradweg in Allendorf. Einmal mehr lockte der Bildhauer und Musiker über 200 Besucher in den Park. Begleitet wurde der 73-jährige Fietz von seinem Sohn Oliver, der ebenfalls eine musikalische Karriere eingeschlagen hat und eigene Produktionen heraus gibt. Zudem stand auch Tochter Sandra Fietz-Oberbeck als Sängerin auf der Open-Air-Bühne des Skulpturenparks.

Die seit 2014 ausgestellten Skulpturen im Park laden viele Menschen ein, über das Leben nachzudenken und sich eine Auszeit vom Alltag zu gönnen. In den Liedern und in den Moderationen kamen die Skulpturen immer wieder vor. Einer der ersten Songs widmete sich ganz dem Park, der zwischen den Obstwiesen Werke aus Stein, Metall und Holz vereint.

Hauptteil des Konzertes bildete das neue Musical „Heimat ist“, das Siegfried Fietz gemeinsam mit dem Wetzlarer Journalisten und Musiker Jürgen Werth geschaffen hat. „Seit Jahren beschäftigt mich dieses Thema. Wir müssen es nicht den rechtsradikalen Parteien überlassen“, so Fietz. Als er vor etwa drei Jahren Werth den Vorschlag für ein Heimat-Musical unterbreitete, reagierte der etwas reserviert. „Das Thema war so gar nicht mein Ding“, berichtete Werth, der zum Reformationsjubiläum 2017 ein gemeinsames Album unter dem Titel „Bruder Martinus“ mit Fietz verwirklichte. Fietz packte Werth in sein Auto und fuhr seine Heimat im Ulmtal mit ihm ab, erzählte Geschichten und beide tauchten in die Historie ein.

Diese Fahrt hat Werth umgestimmt und entstanden ist eine CD mit 25 Liedern, von denen die Fietz-Familie einige Stücke sang und spielte. So hat Werth über den Greifensteiner Ortsteil „Allendorf“ ein Lied geschrieben, dem Fietz eine Melodie beigab. Aus „Allendorf“ wird darin das „Dorf von allen“ und letztlich „Allenwelt, du Welt von allen“. Es gibt ein Lied über den einstigen Erzbergbau und eine eigene Version von „Oh du schöner Westerwald“.

Fietz wies darauf hin, dass er Basaltstelen im Skulpturenpark in einem Kreis aufgestellt hat. Diese sollen an die überlebenden Bewohner des einstigen Dorfes „Schönhausen“ erinnern, die, nachdem die Pest ihr Dorf fast ausgerottet hatte, nach Allendorf zogen. „Schönhausen – Schlimmhausen“ nennt sich ein Song, in dem Werth das Schicksal dieser Menschen aufgreift.

In den Liedern des Musicals kommt aber auch der Glaube an Gott nicht zu kurz. „In jeder Not ist Gott uns nah“, tröstet das Werk die Zuhörer. „Heimat macht das Leben tief und weit“, singt Fietz den Besuchern zu. Werth kündigte an, dass das Musical nicht nur auf CD erschienen ist, sondern im kommenden Jahr als Bühnenversion zu sehen sein soll.
Der einsetzende Regen beendete das Open Air-Konzert vorzeitig.

lr

Bild 1: Über 200 Besucher lauschen dem Konzert der Fietz-Familie im Skulpturenpark Allendorf.

Bild 2: Siegfried Fietz und Jürgen Werth stellen ihr neues gemeinsames Werk „Heimat ist“ vor.

Bild 3: Oliver Fietz, Sandra Fietz-Overbeck und Siegfried Fietz beim Open Air Konzert im Skulpturenpark.