20.000 Euro für Binnenflüchtlinge in Burkina Faso von TIKATO an Etienne Bazie 

Die Überraschung und Freude beim ODE-Executivsekretär Pastor Etienne Bazie aus Ouagadougou ist groß: Nach erst etwas mehr als zwei Monaten konnte der Leiter des Entwicklungsbüros der evangelischen Kirchen in Burkina Faso bereits aus Privatspenden und Gottesdienst-Kollekten die erbetenen 20.000 Euro für die wegen Terror geflüchteten Menschen entgegen nehmen. Auch ein Konzerterlös wurde der Summe zugeführt. Diese Gesamt-Summe vom Arbeitskreis Brot für die Welt-TIKATO unterstützt einen von den Kirchen erstellten Gesamtspendenplan von 375.000 Euro. Den unterstützen außerdem zwei evangelische Groß-Hilfswerke aus Deutschland (Diakonie-Kathastrophenhilfe) und Schweden sowie die Böblinger Gruppe.

Seit dem 28. April wurden vor allem in Kirchen, auf kirchlichen Prozessionen,auf einem Regional-Markt und an anderen Versammlungsorten Geistliche und Gemeindeglieder sowie viele andere getötet und verjagt. Mehrere solcher Terrorakte spielten sich nahe dem TIKATO-Staudamm ab, in dieser Woche wurde der Krankenpfleger von Pissila bei Tikato erschossen, sein Bruder schwerstverletzt. 15 Tote kostete letzte Woche der Terror bei einem Dorfmarkt nahe Pissila, den die Terroristen anschließend plünderten und den Rest in Brand setzten. Zuerst sollte das Geld für Nahrungsmittelhilfe, Medikamente und psychologische Betreuung aufgrund der Aktualität nur den Christengruppen zugute kommen. „Inzwischen sind so viele Menschen auf der Flucht ohne Nahrung, dass wir selbstverständlich keine Unterschiede mehr machen , sondern die versorgen , die unsere Hilfe brauchen“, so Bazie. So wird die erbetene Summe nicht reichen; aber zwei Kirchengemeinden haben noch Spenden bis zum Jahresende versprochen. Das lässt die TIKATOgruppe hoffen, auch weiterhin helfen zu können.

Die meist auf Motorrädern Bewaffneten sind inzwischen die Schrecken des Landes. Die Bauern hatten ihre Felder bestellt und wollten nach der Regenzeit die Ernte für ihre Familie und zum Verkauf einfahren.Daraus wird nichts werden“, so Bazie. “ Sie fürchten sich und kehren nicht mehr zurück. 100.000 Kinder können nicht mehr in die Schule gehen im nördlichen Gebiet“.240.000 Binnenflüchtlinge verteilen sich momentan in Städten wie Kaya,Koudougou, Ouagadougou. Teilen ist angesagt und darin sind die burkinischen Menschen geübt durch Dürre und Not. „Aber allen fällt es inzwischen sehr schwer“, berichtet Bazie. Er dankt auf diesem Wege allen Spendern und den vielen Gottesdienstbesuchern für ihre Kollekten. Er war gerade mit einer ODE-Delegation in Pissila und in Kaya , um die erforderliche Menge an Getreide und Öl zu verteilen. Dabei überbrachte er auch die Grüße und Solidaritätswünsche der TIKATO-gruppe, die die Vorsitzende telefonisch übermittelt hatte.

Auch von weit her kamen hohe Spenden. 10.000 Euro hatte ein norwegischer Unternehmer spontan gespendet, der familiär einem TIKATO-Mitglied verbunden ist: „Weil ich schon so gute Erfahrungen in Projekten in Afrika habe“,betonte er. Eine Kaarster Spenderin verzichtete zum 80. Geburtstag auf Geschenke und überwies eine hohe Spende wie Menschen aus dem Lahn-Dill-Kreis. Weitere Spenden helfen den Binnenflüchtlingen in Burkina Faso Mut zu schöpfen und neu zu beginnen.

Weitere Informationen unter 06441 770 7494 und www.tikato-burkina-faso.de

sti / Foto: privat